Menziken

Die FDP ist raus aus dem Gemeinderat – und weiss genau, warum sie gescheitert ist

Die FDP hat ihren einzigen Sitz im Menziker Gemeinderat verloren und die SVP hat – zumindest bis zur Gesamterneuerungswahl im Herbst – jetzt deren drei. Die Freisinnigen sind enttäuscht, aber nicht überrascht vom Wahlresultat.

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Ralf Weber (FDP) hat die Wahl nicht geschafft.

Ralf Weber (FDP) hat die Wahl nicht geschafft.

Mario Heller

Bei der Gemeinderats-Ersatzwahl am Sonntag wurde SVP-Kandidat Andreas Mäder (60) mit dem Glanzresultat von 881 Stimmen gewählt. Der junge FDP-Kandidat Ralf Weber (26) vermochte nicht zu punkten: Er blieb mit 320 Stimmen abgeschlagen.

Bei der FDP ist man enttäuscht über den Ausgang der Wahl, wenn auch nicht überrascht: «Als bekannt wurde, dass Res Mäder kandidiert, haben wir gewusst, dass es extrem schwierig wird», sagt FDP-Ortsparteipräsident Paul Schalch auf Anfrage. Der ehemalige «Homberg»-Wirt sei sehr bekannt im Dorf, dagegen sei schwer anzukommen.

Die FDP hatte es schon in der Vergangenheit nicht immer leicht, ihren Kandidaten in den Rat zu bringen. Jürg Rubin, dessen Nachfolge Mäder nun antritt, war erst im dritten Anlauf in den Gemeinderat gewählt worden. Er hatte schon 2005 kandidiert, das Rennen aber gegen Alfred Merz (SP) verloren. Als während der Amtsperiode ein SVP-Mitglied zu ersetzen war, kandidierte Rubin erneut. Und wurde wieder nicht gewählt. 2009 schliesslich entschied er die Kampfwahl gegen die parteilose Heidi Gubler für sich und wurde als Ersatz für Margrit Schalch (ebenfalls parteilos) gewählt.

Im kommenden Herbst ergibt sich für die FDP die nächste Chance, den verlorenen Sitz zurückzuholen. Bereits im Vorfeld hatte SVP-Gemeinderat Ulrich Rindlisbacher verkündet, nicht mehr antreten zu wollen – jedenfalls, wenn der zweite SVP-Sitz gesichert sei. Dem ist jetzt so. Nur, einen Plan B haben die Freisinnigen «noch nicht in der Schublade», wie FDP-Präsident Schalch sagt. Für Spekulationen sei es noch zu früh, auch könne er noch nichts über die Wahlstrategie sagen. Man werde sich an der nächsten Parteisitzung mit diesen Fragen auseinandersetzen und, so Schalch, «schauen, ob wir eine Alternative haben.»