Zofingen
Ärger über Hundekot und Abfallsünder: Kommt jetzt die Littering-Polizei?

Aarburgs Gemeinderat Fredy Nater hat von Hundekot und Littering die Nase voll. Er will auf Bezirksebene neue Bussgelder einführen.

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Will, dass Gemeindeangestellte direkt büssen können: Fredy Nater.

Will, dass Gemeindeangestellte direkt büssen können: Fredy Nater.

Rund eine Tonne Hundekot entsorgt der Aarburger Werkhof jeden Monat. Die Gemeindeangestellten beobachten dabei ein Problem, das viele Menschen ärgert: Immer mehr Hundehalter kehren die Haufen ihrer Tiere gar nicht erst zusammen, sondern lassen sie einfach liegen.

Werkhofleiter Oskar Blättler sagt, mit der zunehmenden Bevölkerungs- und Haustierzahl habe sich das Problem zugespitzt. «Die schwarzen Schafe unter den Haltern lassen Haufen selbst dort liegen, wo Kinder spielen. Eine Riesenmoorerei.»

Die Problematik übersteigt das Thema Tierkot bei weitem: Auch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, Glasflaschen und anderer Abfall verdeutlichen die «Respektlosigkeit und den Egoismus» (Zitat einer Leserin) in der heutigen Gesellschaft.

Busse vom Gemeindearbeiter?

Dem Littering und speziell dem Hundekotärger will der Aarburger Gemeinderat Fredy Nater nicht länger zusehen.

Der Ressortverantwortliche für Sicherheit und Ordnung prüft, ob künftig Gemeindeangestellte als «verlängerter Arm» der Regionalpolizei ebenfalls Litteringbussen austeilen könnten. «Ob nun Hundekot oder sonstiger Abfall und Schmutz, das ist einfach unschön und ist schlichtweg nicht akzeptabel, wenn es nicht korrekt entsorgt wird», erklärt Nater.

Er nerve sich schon länger darüber, erklärt Nater. Bereits hat er Kontakt mit dem Stadtrat von Lausanne aufgenommen. Dieser hat 2017 die Polizeiverordnung so geändert, dass neu auch Stadtangestellte Bussen erteilen können. «Ich werde die Ausgangslage und Möglichkeiten fundiert abklären», sagt Nater, «und mir mit dem Feedback aus Lausanne die weiteren Schritte überlegen.»

Er sehe nicht ein, warum die Gesamtheit der Steuerzahler für den Frevel Einzelner aufkommen müsse. Nater stellt sich vor, dass in Zukunft auch in Aarburg und weiteren Gemeinden des Bezirks Gemeindeangestellte in flagranti erwischte Littering-Büsser abstrafen können.

«Wenn es ans Portemonnaie geht, dann bessert sich die Lage vielleicht.» Einfach so auf regionaler Ebene eingeführt werden könnte die Bussgeldlösung aber nicht. Es bräuchte eine Rechtsänderung auf Kantonsebene.

Kantonaler Anlauf unterwegs

Littering treibt viele um. Nicht nur wegen der Verschmutzungsthematik, sondern auch, weil Tiere daran elend zugrunde gehen können.

Vor fast zwei Jahren scheiterte allerdings ein Anlauf für eine nationale Litteringlösung. Darüber sehr enttäuscht, forderte Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau (BVA) und CVP-Grossrat, eine kantonale Regelung, «damit nicht jede Gemeinde etwas anderes regelt».

Dies sagte er im Juni 2016 zur AZ. Zusammen mit weiteren Grossräten reichte er eine Motion ein, die ein kantonales Litteringverbot und Bussen bis 300 Franken forderten. Die Regierung wollte dies nicht.

Die Gemeinden könnten bereits heute solche Verstösse sanktionieren. Zudem liege das Grundproblem darin, dass man Zuwiderhandelnde in flagranti erwischen müsse. Und dies wäre sehr personalintensiv.

Der Rat überwies die Motion allerdings mit 61 : 54. Die Regierung arbeitet jetzt an einer Vorlage, die noch dieses Jahr in die Vernehmlassung geht. (fup/MKU)

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