Wiliberg/Spreitenbach

Abfallgebühren: Wie stimmen die letzten Aargauer Mohikaner ab?

Noch zwei Aargauer Gemeinden haben keine verursachergerechte Abfallgebühr: Wiliberg und Spreitenbach. Während die Gmeind in Wiliberg nun über ein neues Reglement mit Gebühren abstimmt, ist Spreitenbach noch weit davon entfernt.

Raphael Nadler
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In Williberg und Spreitenbach können die Bewohner den Abfall noch gratis entsorgen. (Symbolbild)

In Williberg und Spreitenbach können die Bewohner den Abfall noch gratis entsorgen. (Symbolbild)

az/Archiv

Die Vorgeschichte zur bevorstehenden Anpassung des Abfallreglements ist lange: Am 4. Juli 2011 entschied das Bundesgericht, dass künftig alle Gemeinden die Abfallentsorgung durch eine verursachergerechte Finanzierung regeln müssen.

Acht Monate später, am 7. März 2012, schrieb das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau der Gemeinde Wiliberg, dass ihr bestehendes Abfallreglement noch nicht den neuen gesetzlichen Grundlagen entspreche und angepasst werden müsse.

Die Gemeinde wurde angehalten, die notwendige Reglementsanpassung umgehend anzugehen und eine nach Volumen oder Gewicht abgestufte Abfallgebühr einzuführen. Diesen Brief erhielten auch andere Aargauer Gemeinden.

Wiliberg: einmal abgelehnt

Während andere Orte die Reglements-Anpassung umsetzten, schickten die Wiliberger die Vorlage an der Gemeindeversammlung vom 31. Mai 2013 deutlich bachab. «Ein Hauptgrund für die Ablehnung war der Passus mit der Grünabfuhr», blickt Wilibergs Gemeindeschreiberin Gabriela Murè zurück.

Am 8. Dezember des letzten Jahres lud der Gemeinderat die Bevölkerung zu einem Diskussions-Abend über die Reglements-Anpassung ein. «Es ging darum, die Meinung der Bevölkerung mit den gesetzlichen Vorgaben auf einen Nenner zu bringen», sagt Gabriela Murè weiter.

«Wir haben die erhaltenen Vorschläge und Anregungen in den neuen Regelements-Vorschlag einfliessen lassen.» Nun hofft der Gemeinderat, dass die Bevölkerung dem neuen Regelement an der Gemeindeversammlung von 29. Mai zustimmt.

Spreitenbach: zweimal abgelehnt

Von einer neuen Vorlage fürs Volk ist Spreitenbach noch weit entfernt. Bereits zweimal hat der Souverän eine Reglementsanpassung an der Gemeindeversammlung abgelehnt. In der Gemeinde habe man zwar einen Entwurf für eine Sackgebühr in der Schublade, lässt Gemeindeschreiber Jürg Müller wissen. «In diesem Jahr kommt aber keine Vorlage zu diesem Thema zur Abstimmung.» In Spreitenbach werden die Abfallgebühren immer noch nach Wohnungsgrösse und nicht nach Anzahl der Wohnungsbewohner berechnet. «Damit fahren wir sehr gut und haben zudem wenig administrativen Aufwand», sagt der Spreitenbacher Gemeindeschreiber weiter.

Anders als die Nachbargemeinde Reitnau, die seit 1. Januar dieses Jahres eine gewichtsabhängige Abfallgebühr verlangt, planen die Wiliberger die Einführung einer Sackgebühr mit Gebührenmarken. Bisher wurden Grundgebühren von 155 Franken pro Jahr für einen Einzelpersonenhaushalt und 280 Franken pro Jahr für einen Mehrpersonenhaushalt erhoben. Neu kosten die Grundgebühren pro Haushalt und Jahr 80 Franken. Dazu kommen die Preise für die Abfallmarken je nach Grösse. Ein 35-Liter-Sack kostet Fr. 1.80 pro Stück, ein 240-Liter-Container kostet 13 Franken pro Leerung. Neu wird auch eine Jahresgrundgebühr für die Grüngutentsorgung von 80 Franken erhoben.