Musik
Thierry Condor, der melancholische Sänger mit dem Latino-Gen im Blut

Bald erscheint die neue Single von Thierry Condor. Dank seinem Manager Nick Heizmann ist darauf ein Duett mit der Zürcher Singer- und Songwriterin Mya Audrey zu hören. Die AZ war bei den Aufnahmen im Studio mit dabei.

Christine Fürst
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Es ist ein geschichtsträchtiger Ort: Hier wurde in den 80er-Jahren «The Final Countdown» von Europe aufgenommen, Yello und Lenny Kravitz produzierten hier ihre Songs und erst kürzlich kam auch Prince für einen Abstecher vorbei. Und genau dieser Ort, die Powerplay Studios im zürcherischen Maur, wurde für einige Tage Thierry Condors zweite Heimat. Er war mit der Sängerin Mya Audrey im Studio, um ein Duett aufzunehmen, das zugleich die erste Single von seinem neuen Album sein wird. Es ist eine Coverversion von «Where is the Love». Ein Lied von Roberta Flack und Donny Hathaway, das 1972 ein grosser Hit war.

Das Powerplay Studio steht bereit. Es kann losgehen. Foto: © Sir Robin Photography
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Perfektionisten: Thierry Condor und Produzent Urs Wiesendanger besprechen den Song. Foto: © Sir Robin Photography
Mit viel Gefühl; Thierry Condor bei der Arbeit. Foto: © Sir Robin Photography
Auch Mya Audrey bringt mit ihrer tollen Stimme das Duett auf den Punkt. Foto: © Sir Robin Photography
Der Spass bei der Arbeit darf nicht fehlen ; Urs Wiesendanger und Thierry Condor, hinten Thierry’s Manager Nick Heizmann. Foto: © Sir Robin Photography
Ein kurze Kaffeepause... Foto: © Sir Robin Photography
...und es geht es weiter; Interview mit AZ Journalistin Christine Fürst. Foto: © Sir Robin Photography
Zwei die sich blenden verstehen: Thierry Condor und sein Produzent Urs Wiesendanger. Foto: © Sir Robin Photography

Das Powerplay Studio steht bereit. Es kann losgehen. Foto: © Sir Robin Photography

Aargauer Zeitung

Mit fünf Jahren auf der Bühne

Dank seinem Manager Nick Heizmann ist es zu diesem Duett gekommen. Er hatte die Idee, mit der Zürcher Sängerin und Songwriterin Mya Audrey zusammenzuarbeiten. Thierry Condor war von ihrer Stimme sofort überzeugt, aber: «Ich hätte mich nie getraut, sie direkt anzufragen.» Trotz dieser Zurückhaltung ist er sich sicher, das Latino-Gen von seinem Vater geerbt zu haben. Sein Vater ist Italiener, die Mutter Deutsche, im Wynenthal ist er aufgewachsen. Heute lebt er in Auw im Freiamt.

Bereits mit fünf Jahren ist er zum ersten Mal auf der Bühne gestanden, in einer italienischen Kinderkrippe in der Schweiz. Damals waren die italienischen Kinderlieder der Renner, und eines weiss er noch ganz genau: «Ich habe gesungen, und die Band hat im Hintergrund falsch gespielt.»

In der Schule sang er in verschiedenen Garagen-Bands, bastelte sich sein eigenes Schlagzeug, und sein Vater brachte ihm die Riffs auf der Gitarre bei. Während dieser Jahre begleitete ihn die Musik der Beatles. Nach der Schule ging er nach Italien, um dort ein Elektroniker-Studium zu absolvieren. Später war er einige Jahre in Amerika des Ingenieur-Berufes wegen. Die Musik rückte in den Hintergrund. «Ich habe nie wirklich professionell Musik gemacht, aber es war immer mein Traum, von der Musik zu leben», sagt Thierry Condor rückblickend. Seinem Traum ist er mit dem neuen Album einen Schritt näher gekommen. 2007 veröffentlichte er sein erstes Album «Tenderly». Dieses war jedoch nur als Download erhältlich.

Die neue Single ist ein Duett

Auch die neue Single «Where is the love» wird als Download erhältlich sein. Vor einigen Wochen stand Thierry Condor mit Mya Audrey im Studio in Maur, um die neue Single einzuspielen. Eine Momentaufnahme: Im Studio ist es dunkel, nur kleine Lichtquellen beleuchten den Raum. In der Mitte steht das grosse Mischpult. Dort sitzt der Produzent Urs Wiesendanger, daneben ein Bildschirm, auf dem die bereits vorgelayoutete Melodie flimmert. Thierry Condors Part ist ebenfalls schon im Kasten. Nur noch Mya Audreys Spur fehlt.

Die Singer/Songwriterin aus Zürich kommt, und es wird gesungen. Thierry Condor hat die Augen geschlossen, bewegt sich im Rhythmus der Musik und Mya Audrey schnippt mit den Fingern und singt sich ins Lied. Die beiden treffen sich zum ersten Mal im Studio, bis zum Abend haben sie Zeit, an ihren Tonspuren zu feilen. Es sind anstrengende Tage: Offene Kekspackungen und Joghurtbecher stehen herum, Kabel, Boxen, Bildschirme und jede Menge CDs sind zu finden - und Modellflugzeuge. Denn der Produzent Urs Wiesendanger ist ein begeisterter Modellflugzeug-Fan. Mya steht vor dem Mikrofon, neben ihr brennt eine grosse weisse Kerze. «Das Kerzenlicht ist gut für die Stimmung», erklärt Wiesendanger. Er gibt Mya Zeichen, Daumen hoch, Daumen runter. Es wird in komischem Englisch-Schweizerdeutsch geredet. Da fallen Ausdrücke wie: «Ich muss mehr pushen», «Ich finde es vom vibe her cool» oder «guter vocal».

Die Single ist nun fertig produziert und steht ab 20. Januar als Download bereit. Für das neue Album, das ab Herbst 2012 erhältlich sein wird, kann der dreifache Familienvater Condor mit dem namhaften Studiomusiker John Robinson zusammenarbeiten. Und dann wird er in der Schweiz auf Tour gehen und seine Westcoast-Songs dem Schweizer Publikum näher bringen. Er wird von Liebe und traurigen Situationen singen. «Das Traurige macht mich beim Singen an», sagt er. Beim Singen sei er melancholisch, nicht fröhlich. Doch daneben kommt der Latino in ihm nicht zur Ruhe.

Informationen unter: www.thierrycondor.com und www.mya-audrey.com

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