Steuererklärung 2022
Häufigkeit und Höhe der Transaktionen sind entscheidend: So geben Sie Bitcoin und andere Kryptowährungen in den Steuern an

Aktuell existieren etwa 1000 Kryptowährungen, und es kommen laufend neue hinzu. Wie gehen die Steuerämter im Aargau mit den Besitzerinnen und den Besitzern der immer beliebteren, digitalen Währungen um? Hier finden Sie Antworten vom Experten.

Hans-Caspar Kellenberger
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Digitale Währungen wie Bitcoin oder Ethereum erfreuen sich auch im Aargau steigender Beliebtheit. Auch sie müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

Digitale Währungen wie Bitcoin oder Ethereum erfreuen sich auch im Aargau steigender Beliebtheit. Auch sie müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

Dusan Zidar

Bitcoins und andere Kryptowährungen boomten in den vergangenen Jahren. Entsprechend haben sie nicht nur an Wert zugelegt, sondern werden auch öfter gehandelt. Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel und Vermögenswerte. Sie sind im weitesten Sinne vergleichbar mit einem Bankguthaben, es besteht jedoch kein Anrecht auf Barauszahlung in Schweizer Franken oder in einer traditionellen Fremdwährung. Aktuell existieren etwa 1000 Kryptowährungen, und es kommen laufend neue hinzu.

Aber ab wann gilt man als professioneller Händler? Und wie muss ich Bitcoins eigentlich in der Steuererklärung aufführen? «Im Aargau sind die gängigsten Kryptowährungen der Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple», sagt Max Weber, Leiter Verrechnungssteuer und Wertschriftenbewertung des Kantonalen Steueramtes. Am häufigsten habe man es mit Bitcoin zu tun. Bitcoin ist die weltweit erste Kryptowährung und gleichzeitig auch jene mit dem grössten Handelsvolumen, was für Händler besonders interessant ist.

Auch Mining ist steuerbar

Erhält man Lohnzahlungen oder Gehaltsnebenleistungen in Form von Bitcoins oder anderen Kryptowährungen, so handelt es sich um steuerbares Erwerbseinkommen, welches auf dem Lohnausweis auszuweisen ist, heisst es beim Kanton. Das Gleiche gilt für Selbstständige, die Bitcoins oder andere Kryptowährungen als Entgelt für erbrachte Dienstleistungen erhalten. Auch das Schürfen (Mining) von Kryptowährungen führt, durch das zur Verfügung stellen von Rechnerleistung gegen eine Entschädigung, zu steuerbarem Einkommen.

Gewinne und Verluste werden steuerbar, bzw. können von den Steuern abgezogen werden, sobald das Kapital aus gewerbsmässigem Handel entsteht. «Gewerbsmässiger Handel liegt dann vor, wenn die An- und Verkäufe in einer Art getätigt werden, die über die schlichte Verwaltung von Privatvermögen hinausgeht», sagt Weber.

Häufigkeit und Höhe der Transaktionen sind entscheidend

Die Kriterien dafür sind die Häufigkeit und die Höhe der getätigten Transaktionen mit der jeweiligen digitalen Währung sowie eine kurze Haltedauer, die darüber Aufschluss gibt, ob mit der Währung gehandelt wird. Im Detail geregelt wird es nach den allgemeinen Grundsätzen des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Wie und wo gibt man die Bitcoins in den Steuern an? Bei Kryptowährungen in Form von reinen digitalen Zahlungsmitteln handelt es sich um einen bewertbaren, beweglichen (handelbaren) und immateriellen Vermögenswert, der bewegliches Kapitalvermögen darstellt. «Deshalb unterliegen Bitcoin und andere Kryptowährungen der Vermögenssteuer», so Weber.

In der Steuererklärung sind Kryptowährungen im Formular «Wertschriften- und Guthabenverzeichnis» (Form. 101.05) aufzuführen. Dabei ist in der ersten Spalte der Code «UE übrige Guthaben» einzutragen. Am einfachsten gehe das mit der Steuererklärungssoftware Easy-Tax, wo die massgebenden Steuerwerte der gängigsten Kryptowährungen hinterlegt sind, sagt Weber. Als Betrag in der Steuererklärung aufzuführen ist der Wert zum Zeitpunkt des Zuflusses, umgerechnet in Schweizer Franken.

Kryptowährungen und Steuern:

Weitere Informationen zum Thema digitale Währungen und Steuererklärung finden sich auf der kantonalen Website und bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung im «Arbeitspapier – Kryptowährungen».