Krise beim FC Aarau

René Weiler soll beim FC Aarau für die Wende sorgen

Der FC Aarau hat einen neuen Trainer. René Weiler verlässt den FC Schaffhausen sofort und wird am Freitag zum ersten Mal das Training der abstiegsbedrohten Aarauer leiten.

Vasilije Mustur, Ruedi Kuhn
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Am Freitag leitet Rene Weiler erstmals das Training der Aarauer.

Am Freitag leitet Rene Weiler erstmals das Training der Aarauer.

Solothurner Zeitung

René Weiler ist ab sofort der neue Cheftrainer des FC Aarau, wie Aarau-Sportchef Urs Bachmann bestätigte. Der Vertrag zwischen Weiler und den «Unabsteigbaren» wurde laut Bachmann während der Halbzeitpause der Partie zwischen Aarau und Locarno unterzeichnet. Der neue Trainer erhält einen Kontrakt bis Juni 2012. Am Freitag wird Weiler auf dem Brügglifeld erstmals das Training des FC Aarau leiten.

Aarau-Sportchef Bachmann macht gegenüber der az klar, dass sich Weiler der bedrohlichen Tabellensituation bewusst sei. «Weiler ist bereit, die Mannschaft auch in der 1. Liga zu trainieren - allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen».

FC Schaffhausen ist wütend

Während die Aarauer ihre Neuverpflichtung feiern, reagieren die Schaffhauser ob dem Vorgehen der Verantwortlichen des FC Aarau und demjenigen von Trainer René Weiler ungehalten. In einer Mitteilung heisst es: «Aufgrund einer Anfrage vom FC Aarau hat sich René Weiler entschieden das bestehende Arbeitsverhältnis per sofort aufzulösen. Mit grosser Enttäuschung haben wir von diesem Entscheid Kenntnis genommen». Trennung in Freundschaft sieht anders aus.

Diesen Eindruck bestätigt Aniello Fontana, Präsident des FC Schaffhausen: «Das Tuch zwischen mir und René Weiler ist zerschnitten.» Alles begann laut Fontana mit dem Telefonanruf der Aarau-Verantwortlichen vom Dienstagabend. Dabei soll Aarau-Sportchef Urs Bachmann die Schaffhauser darum gebeten haben, mit Trainer Weiler verhandeln zu dürfen. Fontana willigte ein, allerdings unter einer Bedingung: Fontana erwartet von Weiler seinen laufenden Vertrag bis mindestens Mai 2011 zu erfüllen. Daraufhin erachtete der FC Aarau laut Fontana die Verhandlungen mit Weiler als hinfällig.

Weiler wollte unbedingt nach Aarau

Stunden später soll Weiler den Präsidenten des FC Schaffhausen laut eigenen Angaben eindringlich darum ersucht haben, ihn für den FC Aarau umgehend freizustellen. Zudem erhebt Fontana gegenüber der az den Vorwurf, dass sich Weiler kurz nach der Entlassung von Aarau-Trainer Ranko Jakovljevic selbst bei den Verantwortlichen des FC Aarau gemeldet hat, um sich für den Job als neuen Trainer zu empfehlen. Diese Faktoren sollen zur Trennung zwischen Schaffhausen und Weiler beigetragen haben: «Die Art und Weise, wie sich René Weiler verhalten hat, ist der Mannschaft und dem Verein gegenüber unloyal.»

Weiler - kein Unbekannter

René Weiler war für eine Stellungnahme nicht erreichbar und konnte sich zu den erhobenen Vorwürfen nicht äussern. Aarau-Sportchef Bachmann dementiert, dass Weiler von sich aus zu den Verantwortlichen des FC Aarau gelangt ist. Jedoch räumt Bachmann ein, dass der FC Aarau gegen Ende letzten Jahres mit Weiler bereits Kontakt über eine allfällige Verpflichtung hatte.

Weiler ist beim FC Aarau kein Unbekannter. Der Mittelfeldspieler galt als grosses Talent. 1993 holte ihn FCA-Meistertrainer Rolf Finger vom FC Winterthur ins Brügglifeld. Für den FCA bestritt Weiler 36 Nationalliga-A-Spiele.

Nach einem Jahr wechselte der antrittsschnelle Techniker zu Servette. 1997 folgte der Transfer zum FCZ. Nach einem Länderspiel am 7. Februar in Hongkong gegen Russland (1:2) und den Transfers zum FC Zürich und Winterthur im gleichen Jahr musste Weiler seine aktive Karriere wegen einer schweren Fussverletzung und mehreren Operationen beenden. Nach 17 Jahren kehrt der verlorene Sohn nach Aarau zurück. Sein Ziel ist klar: der Ligaerhalt.