Lenzburger

«Wir müssen Berufslehre besser vermarkten»: Gewerbe weibelt um starke Bezschüler

Das Gewerbe verzeichnet eine Rekordbeteiligung an seinem Schnuppertag.

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Erich Renfer.

Erich Renfer.

EMANUEL PER FREUDIGER

«Wir müssen die Berufslehre besser vermarkten.» Schon fast gebetsmühlenartig hatte Erich Renfer, Präsident des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung, diesen Satz vor Jahren wiederholt und sich für das duale Bildungssystem stark gemacht. Dabei hatte Renfer bewusst die starken Bezirksschüler im Fokus, die es praktisch ausnahmslos in die Kanti zog.

Es ist nicht einfach beim Lippenbekenntnis Renfers geblieben. Vor drei Jahren hat der Gewerbeverein für die Oberstufe der Regionalschule Lenzburg erstmals einen Schnuppertag bei den Gewerbetreibenden in der Region angeboten. Gestern wurde die Aktion zum vierten Mal durchgeführt. Mit einer Rekordbeteiligung, wie Renfer erfreut feststellt. «95 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe haben mitgemacht.» Die 150 Jugendlichen konnten aus über 200 Schnupperplätzen ihre Lieblingsberufe aussuchen. Begehrt waren die Ausbildungen zum Kaufmann und Informatiker, dicht gefolgt von den Gesundheits- und Sozialberufen.

Erich Renfer ist zufrieden. Der Einsatz des Gewerbes und der Schule hat sich gelohnt. Mit Genugtuung hält er fest, dass «rund die Hälfte der austretenden Bezirksschüler eine Berufslehre antritt, oft in Kombination mit der Berufsmatura».

Das Projekt «Go for work» ist heute fester Bestandteil in den Agenden von Gewerbeverein und Regionalschule. Unterstützt vom Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal und den örtlichen Gewerbevereinen findet der Schnuppertag auch in der Kreisschule Lotten und den Schulen Seengen und Seon statt.