Lenzburg

Unglücksstelle geräumt: SBB-Züge fahren in Lenzburg wieder normal

Die Zugstrecke Aarau-Zürich ist wieder normal befahrbar. Seit Donnerstag um 6 Uhr verkehren alle Züge wieder ohne Einschränkungen. Die SBB haben die Unglücksstelle geräumt und die Geleise wieder zurechtgebogen. Zurück bleibt ein Millionenschaden.

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Krane bergen die Unglückszüge
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Bahnmitarbeiter machen sich an der Unglücksstelle zu schaffen
Krane bergen den verunglückten Regionalzug
Krane bergen den verunglückten Regionalzug
Krane bergen den verunglückten Regionalzug

Krane bergen die Unglückszüge

Silvan Hartmann

Die SBB-Strecke Lenzburg-Aarau is seit Donnerstagmorgen um 6 Uhr wieder normal befahrbar. Bahnmitarbeiter hatten in der Nacht eine defekte Weiche erfolgreich in Stand gesetzt. Bereits gestern Nachmittag wurden die Unfall-Züge mit Krans aufgerichtet und am späten Abend teilweise mit Sattelschlepper abtransportiert.

Das Problem war jedoch die Weiche unter dem Zug. Diese war deutlich stärker beschädigt als erwartet. Die sogenannte Weichenzunge war beschädigt - das bewegliche Teil der Weiche also, das die Fahrtrichtung bestimmt. Die Weiche wurde während der Nacht nun repariert.

Deshalb gab es am Mittwoch bis Betriebsschluss Verspätungen als Folge der Umleitungen im Fernverkehr. Auch im Regionalverkehr kam es zu Verspätungen.

Krane aufgefahren

Am Mittwoch Vormittag waren zwei Krane, die je 300 Tonnen heben können, aufgefahren. Sie sollten bis 16 Uhr die Regionalzugs-Komposition, die in der Nacht mit einem Güterzug zusammengestossen ist, von den Gleisen nehmen.

Die Bergung des entgleisten Regionalzuges erwies sich nun aber als schwieriger als erwartet. Damit der Zug wieder auf die Schienen gestellt werden kann, wurde die Bahnstrecke zwischen Lenzburg und Aarau ab 13.40 Uhr für zwei Stunden total gesperrt.

Die S-Bahn war von Muri nach Aarau unterwegs, als es in Lenzburg zur Streifkollision kam
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Der Güterzug befand sich auf dem Weg von Zürich-Mülligen nach Däniken SO
Streifkollision zwischen S-Bahn und Güterzug im Bahnhof Lenzburg
Warum es zur Streifkollision kam, wird nun untersucht
Während der Güterzug der SBB Cargo kaum Schaden nahm...
...wurde die S-Bahn stark in Mitleidenschaft gezogen

Die S-Bahn war von Muri nach Aarau unterwegs, als es in Lenzburg zur Streifkollision kam

Silvan Hartmann

Der Zugsverkehr, der die Unfallstelle auf den beiden noch freien Geleisen passiert, habe die Bergung zu stark beeinträchtigt, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig zur Sperrung. Deshalb habe man sich zu einer Vollsperrung der Strecke Aarau-Lenzburg entschieden.

Damit fielen am Mittwochnachmittag für einige Zeit sämtliche Regionalzüge zwischen diesen beiden Bahnhöfen aus. Es wurde ein Bahnersatz-Busdienst eingerichtet. Der gesamte Fernverkehr zwischen Zürich und Aarau wurde über Baden und Brugg umgeleitet.

Zwei Waggons total zerstört

Zwei Waggons der vierwagigen Regiobahn-Komposition wurden bei der Streifkollision total zerstört in der Nacht auf Mittwoch total zerstört. Sie müssen wurden am Mittwochaben mit Sattelschlepper nach Olten abtransportiert.

Das Problem im stark belastete Eisenbahnkorridor hatte kurz vor ein Uhr in der Nacht auf Mittwoch begonnen. Einige hundert Meter westlich des Bahnhofs Lenzburg war ein Postzug mit einem Regionalzug seitlich zusammengestossen. Der Unfall ereignete sich bei einer Weiche.

In der Folge entgleiste der Regionalzug. Bei der Lokomotive des Postzugs sprang ein Rad bei einem Drehgestell aus den Schienen. Im Regionalzug, der gemäss Fahrplan von Muri nach Aarau unterwegs war, sassen keine Passagiere.

Die beiden Lokführer blieben unverletzt. Beim Unfall entstand ein Sachschaden von mehreren 100'000 Franken. Beim entgleisten Regionalzug handelt es sich um eine vierteilige Komposition des Typs Flirt von Stadler Rail.

Die Wagenseiten des Regionalzugs haben tiefe Risse, zudem sind Türen abgerissen worden. Der Zug habe ferner einen Betonprellbock gestreift, sagte der Sprecher der Kantonspolizei Aargau.