Niederlenz

Turnzentrum wird zum Spielplatz: Herumkrabbeln wo sonst National- und Nachwuchskader trainieren

Der Aargauer Turnverband lädt die Kleinen zum Krabbeln ein und hofft auf zukünftige Athleten. Ab 20. Oktober wird das Turnzentrum jeden Freitagmorgen von 9.30 bis 11 Uhr zum Spielplatz.

Janine Gloor
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Siro, der Sohn des Turnverband-Präsidenten Jörg Sennrich, führt vor, wie sich das Turnzentrum als Spielplatz nutzen lässt.

Siro, der Sohn des Turnverband-Präsidenten Jörg Sennrich, führt vor, wie sich das Turnzentrum als Spielplatz nutzen lässt.

Zur Verfügung gestellt

Zweijährige Knirpse auf dem Schwebebalken, krabbelnde Kleinkinder auf dem Trampolin: Dieses Bild bietet sich ab Ende Oktober im Turnzentrum des Aargauer Turnverbands im Hetex-Areal in Niederlenz.

Das ist kein neues Ausbildungskonzept für zukünftige Olympioniken, sondern der «grösste Indoor-Spielplatz im Aargau», wie der Turnverband mitteilt. Ab 20. Oktober wird das Turnzentrum jeden Freitagmorgen von 9.30 bis 11 Uhr zum Spielplatz.

«Die Geräte im Turnzentrum stehen für die Kinder zum Entdecken bereit», sagt Jörg Sennrich, Präsident des Aargauer Turnverbands. Dabei werde nichts an den Installationen auf dem über 1500 Quadratmeter grossen Parcours verändert. Wo sonst die National- und Nachwuchskader trainieren, können sich Kleinkinder bis fünf Jahre austoben.

Sind die Kinder in diesem Alter nicht noch ein bisschen zu jung für die Sportgeräte im Turnzentrum? «Wir wollen die Freude am Herumkrabbeln und Entdecken wecken», sagt Präsident Sennrich. Und fügt als Beispiel seinen 13 Monate alten Sohn an.

Dieser hat das Konzept Indoor-Spielplatz entdeckt, bevor es überhaupt zustande gekommen ist. «Mein Sohn war während eines Fotoshootings im Turnzentrum dabei und hat von selber begonnen, über Matten zu krabbeln und Geräte zu erkunden.» Aufgrund des Trainingsplans kommt momentan nur der Freitagmorgen als Spielzeit infrage. Der Eintritt kostet sieben Franken.

Freude an Turnsport wecken

Natürlich hofft Sennrich, dass sich die Kleinen zwischen den dicken Matten, Reck und Ringen so wohl fühlen, dass sie später Mitglieder eines Turnvereins werden. «Wir wollen die Neugier auf die Geräte wecken», sagt er. Und schön wäre es, wenn die Eltern angeregt würden, sich in ihrer Region nach einem Turnverein für den Sprössling umzuschauen.

Die Eltern sind bei Indoor-Spielplatz so unverzichtbar wie die Geräte selbst. «Es werden jeweils zwei Personen vom Turnverein anwesend sein, die den Parcours betreuen und für Fragen zur Verfügung stehen», sagt Sennrich.

Doch die Kinder können den Spielplatz nur in Begleitung eines Erwachsenen nutzen. Die Kleinen müssen beaufsichtigt werden und können im Turnzentrum nicht für eine Stunde gegen einen Kaffee eingetauscht werden.

Das Konzept der überdachten Kinderunterhaltung ist in Niederlenz nicht neu. Anfang Jahr ist an der Hardstrasse bereits ein Indoor-Spielplatz eröffnet worden. Dieser ist klassisch bunt, mit Rutschbahnen und einem Bad aus Plastikkugeln. «Wir sehen uns als Ergänzung zu diesem Spielplatz», sagt Sennrich.

Das Angebot im Turnzentrum sei kein klassischer Spielplatz. «Plüschtierli und Legoklötzli bleiben zu Hause.» Zentral sei die spielerische Freude an der koordinativen und sportlichen Bewegung.