Möriken-Wildegg

Trotz Verlusten im letzten Jahr: Die Operette spielt auch 2017 wieder

Nach einer defizitären Inszenierung vor zwei Jahren will der Operettenverein mit einer bekannten Produktion an die Erfolge früherer Zeiten anknüpfen.

Markus Christen
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Oper Möriken: Szene aus der Operette "Banditenstreiche"
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Oper Möriken: Szene aus der Operette "Banditenstreiche"
Oper Möriken: Szene aus der Operette "Banditenstreiche"
Oper Möriken: Szene aus der Operette "Banditenstreiche"

Oper Möriken: Szene aus der Operette "Banditenstreiche"

archiv/Peter Siegrist

Am Anfang stand das «Dreimäderlhaus». 1927 inszenierte der Männerchor die Operette von Heinrich Berté im alten Gemeindesaal von Möriken. Damit wurde eine Aufführungstradition begründet, die heuer mit der 38. Bühnenproduktion bereits seit 90 Jahren andauert.

Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr sind inzwischen angelaufen. Der organisierende Operettenverein Möriken-Wildegg wird mit der «Gräfin Mariza» ein Stück aus der «Silbernen Operettenära» von 1900 bis 1920 auf die Bühne des Gemeindesaals bringen. Es ist das zweite Mal nach der «Herzogin von Chicago» im Jahr 2013, dass ein Werk aus der Feder von Emmerich Kálmán (1882–1953) präsentiert wird.

«Wir haben Aufholbedarf, was diesen Komponisten betrifft. Er hat viele grossartige Sachen geschrieben», sagt Daniel Angelini, der Präsident des Operettenvereins.

Die «Gräfin Mariza» besitzt auch, nach mehreren eher unbekannten Produktionen in den vergangenen Jahren, wieder einen grösseren Bekanntheitsgrad. «Wir hoffen, dass wir mit der ‹Gräfin Mariza› im nächsten Herbst viele begeisterte Operettenfreunde nach Möriken locken können», so Daniel Angelini.

Viel weniger Publikum

Dieser vorausschauende Blick auf die Zuschauerzahlen hat einen ganz bestimmten Grund. Die Inszenierung von «Banditenstreiche» im vorletzten Jahr hat viel weniger Publikum nach Möriken-Wildegg gelockt. Die Saalauslastung betrug nur 60 bis 65 Prozent. Das sind bis zu 20 Prozent weniger im Vergleich mit der Aufführung 2013. «Insgesamt besuchten im Jahr 2015 weniger als 10 000 Gäste die Vorstellungen in Möriken, zuvor lagen wir stets über dieser Marke», so Daniel Angelini.

Konkrete Zahlen über die Höhe des Verlusts will der Vereinspräsident keine nennen. «Wer spricht in dieser Beziehung schon gern über Zahlen. Wir mussten einen sehr grossen Verlust verzeichnen», hält Angelini fest. «Dank Rückstellungen in den vergangenen Jahren konnte dieser jedoch aufgefangen werden.» Auch sei noch genug Startkapital übrig für die neue Inszenierung in diesem Jahr.

Die Verantwortlichen haben viel über die möglichen Gründe für das gesunkene Interesse in der Öffentlichkeit an der Operettenaufführung diskutiert. Angelini macht aus der Enttäuschung über den Misserfolg keinen Hehl. «Die Enttäuschung war natürlich sehr gross. Einen leichten Rückgang der Zuschauerahlen hatten wir eingerechnet, auch mit Blick auf die anderen Operettenbühnen des Kantons. Diesen hätten wir gut bewältigen können. Doch der starke Rückgang hat uns schon überrascht und getroffen.»

Spielplan wird gekürzt

Der Operettenverein hat nun Massnahmen ergriffen. So wird der Spielplan auf 20 Vorstellungen gekürzt, um die Auslastung zu erhöhen. Auch werden sämtliche Ausgabenposten auf Sparpotenzial geprüft und man versucht, zusätzliche Sponsoren zu gewinnen.

«Wir schauen jetzt vorwärts», sagt Daniel Angelini. «Die Stimmung innerhalb des Operettenvereins ist positiv und wir geben alles, um eine grossartige Produktion auf die Beine zu stellen.» Zu diesem Zweck beruft man sich auf ein bewährtes Team aus musikalischer Leitung, Regie, Orchester und Solisten. Es wird die Geschichte rund um die Gräfin Mariza und den Grafen Tassilo, die sich innerhalb eines dichten Geflechts aus Irrungen und Wirrungen nahe kommen, mit Leben erfüllen. Bekannter Höhepunkt wird dabei das Duett «Komm mit nach Varasdin» sein.

«Mit dieser ungarischen Operette, die von schwungvoller Musik geprägt ist, wollen wir auch der Operette in Möriken-Wildegg neuen Schwung verleihen», sagt Daniel Angelini.

Informations-Veranstaltung für Interessierte der neuen Operetten-Aufführung von «Gräfin Mariza» am Freitag, 27. Januar, 20 Uhr im Gemeindesaal Möriken-Wildegg.