Staufen
Mehr Steuerzahler, dadurch aber auch mehr Bedarf an Infrastruktur

Ab 2023 dürfte Staufen den Steuerfuss «moderat erhöhen», hiess es am Sonntag am Politapéro in der Turnhalle. Es stehen millionenschwere Investitionen an.

Daniel Vizentini
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Im Politapàro in der Staufner Turnhalle wurden die Themen der nächsten Gemeindeversammlung erläutert. Auf der Bühne von links die Gemeinderäte Katja Früh Haas, Gallus Zahno, Otto Moser, Gemeindeschreiber Mike Barth, Denise Berger-Widmer und Urs Welti.

Im Politapàro in der Staufner Turnhalle wurden die Themen der nächsten Gemeindeversammlung erläutert. Auf der Bühne von links die Gemeinderäte Katja Früh Haas, Gallus Zahno, Otto Moser, Gemeindeschreiber Mike Barth, Denise Berger-Widmer und Urs Welti.

Daniel Vizentini

Es fällt auf, wie die zwar stark wachsende, aber mit etwas über 4000 Menschen immer noch relativ kleine Gemeinde Staufen sich Mühe gibt, ihre Bevölkerung einzubinden. Am Politapéro am Sonntag gab es gar einen Kinderhütedienst, damit möglichst viele Personen sich über die Geschäfte der Gemeindeversammlung vom 10. November informieren konnten.

Dass die Gemeinde finanziell «grundlegend robust» ist, wie Gemeinderat Urs Welti darlegte, dürfte die Sache einfacher machen. Der tiefe Steuerfuss von 76 Prozent soll auch im nächsten Jahr beibehalten werden. Doch wohl zum vorläufig letzten Mal: Die Neubauten der Sporthalle und des Schulhauses Zopf werden ab 2023 zu Abschreibungen von jährlich rund einer halben Million Franken führen. Der Gemeinderat rechnet deshalb «mit einem moderat höheren Steuerfuss ab 2023».

Das hiess es zwar schon letztes Jahr, als für 2022 eine Erhöhung um fünf Prozentpunkte erwartet wurde. Da aber ab 2025 noch die Schulraumerweiterung für rund 8 Millionen Franken ansteht – der Preis des Einwohnerzuwachses –, dürfte es mit den rekordtiefen Steuerfüssen in Staufen für die nächsten Jahre tatsächlich vorerst vorbei sein. Trotzdem ist die Gemeinde sehr gut aufgestellt: Die Steuerkraft wächst, wie Urs Welti erfreut verkünden durfte.

Im Vergleich zu 2021 werden im Budget 2022 170'000 Franken mehr Steuererträge erwartet. Das Budget selbst wird aber mit einem Minus von 445'900 Franken vorgeschlagen. Staufen wird 2022 auch 135'000 Franken mehr in den Finanzausgleich zahlen.

1,4 Millionen für Sanierung der Quartierstrasse Dörfli

Die Gemeinde hat nicht nur mehr Steuerzahlende, sondern auch mehr Schulkinder: Bis 2025 könnte die Anzahl Klassen von heute 17 auf 23 steigen. Gemeinderat Gallus Zahno informierte über den bereits angelaufenen Ausbau: Wegen Verzögerungen, unter anderem aufgrund des ausgetrockneten Holzmarkts, dürfte die neue Sporthalle im Herbst 2022 eröffnet werden.

Während das Wachstum vor allem bei den Neubauten wie der Esterli-Flöösch-Siedlung stattfindet, sind im alten Dörfli tiefgehende Bauarbeiten nötig: Das Wasser-, Abwasser- und Stromnetz ist veraltet. Die über 70-jährigen Leitungen aus Grauguss laufen teilweise durch Privatgärten, einzelne sind nachweislich undicht, wie Kanalisationsvideoaufnahmen aufzeigten. Abwasser versickert teilweise direkt in den Grund.

Staufen will die Leitungen deshalb gebietsweise sanieren. Begonnen wird mit der 480 Meter langen Ring-Quartierstrasse Dörfli: Die Wasserleitungen sollen dort neu unter die Strasse verlegt werden. Beim Strom will die Gemeinde «sämtliche Liegenschaften sternförmig anschliessen», sagte Gemeindeammann Otto Moser.

Die Häuser würden so direkt an einer von insgesamt drei Verteilkabinen angeschlossen. Wenn Probleme bei einem Teilstück behoben werden müssen, dann muss der Strom nicht mehr in der ganzen Nachbarschaft abgestellt werden. Die Gemeinde will auch die Strassenbeleuchtung um drei Kandelaber ergänzen.

1,418 Millionen Franken werden an der Gmeind für die Sanierung der Quartierstrasse Dörfli beantragt. Nach Plan würden die Arbeiten bereits von April bis Oktober 2022 ausgeführt.

Der aktuelle Staufner Gemeinderat (von links): Gallus Zahno, Otto Moser, Katja Früh Haas, Denise Berger-Widmer und Urs Welti.

Der aktuelle Staufner Gemeinderat (von links): Gallus Zahno, Otto Moser, Katja Früh Haas, Denise Berger-Widmer und Urs Welti.

Daniel Vizentini

Staufner Schulkinder sollen in Seon schwimmen gehen

Beantragt werden auch 55'000 Franken für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses am Juraweg 5, das die Ortsbürgergemeinde nächsten Monat zu bauen beginnt. Durch künftige Mieteinnahmen will sie ihre knappen Finanzen aufbessern.

Gemeinderätin und künftige Ammann Katja Früh Haas informierte noch über den Entscheid der Schule, den Schwimmunterricht künftig im Hallenbad Seon durchzuführen. Die Staufner Schulkinder werden mit einem Bus dorthin gefahren. «Wir sind bereit und können 2022 starten.»

Schulleiterin Monika Schwager geht nach 22 Jahren grossen Einsatzes für die Gemeinde in Rente. Die Schule Staufen bemüht sich um eine gute Nachfolge, sagte Katja Früh Haas.

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