Seengen
Jetzt gibt es die Geschichte der Seenger Pfahlbauten zum Nachhören

Die Kantonsarchäologie widmet der Fundstelle am Hallwilersee eine fünfteilige Podcastserie. Sie basiert auf den umfangreichen Tagebüchern von Reinhold Bosch, der die Ausgrabungen 1923 leitete. Die erste Folge ist bereits verfügbar.

Valérie Jost
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Reinhold Bosch (ganz rechts) leitete ab den 1920er-Jahren zahlreiche Ausgrabungen im Kanton Aargau. Hier zum Beispiel 1927 in Sarmenstorf.

Reinhold Bosch (ganz rechts) leitete ab den 1920er-Jahren zahlreiche Ausgrabungen im Kanton Aargau. Hier zum Beispiel 1927 in Sarmenstorf.

Archiv Kantonsarchäologie Aargau

1923 gelang in Seengen ein Jahrhundertfund: Bei Ausgrabungen auf der Halbinsel Riesi am Hallwilersee (dessen Pegel damals ungewöhnlich tief stand) wurde der erste bronzezeitliche Hausgrundriss der Schweiz entdeckt. Seit 2011 ist der Standort einer von 111 Pfahlbau-Fundstellen rund um die Alpen, die ins Unesco-Welterbe aufgenommen wurden – im Aargau ist neben Seengen auch Beinwil (Ägelmoos) dabei. 2021 ist folglich 10-Jahr-Jubiläum–gefeiert wurde das mit der Errichtung des neuen Pfahlbauhauses und zwei Informationstafeln sowie mit zwei digitalen Panoramen.

Als «Schlusspunkt des Jubiläumsjahrs», so die entsprechende Medienmitteilung, hat die Kantonsarchäologie nun eine fünfteilige Podcastserie zur Entdeckung der Pfahlbauten in Seengen-Riesi realisiert. Die Serie erzählt die Geschichte der wegweisenden Ausgrabung, die von Forscher Reinhold Bosch geleitet wurde. Bosch war Bezirksschullehrer in Seengen, an der Gründung der Historischen Vereinigung Seengen beteiligt und sollte 20 Jahre später der erste Kantonsarchäologe werden.

Während der Ausgrabungen füllte Bosch zwei Tagebücher, die heute dem Archiv der Kantonsarchäologie angehören. Neben handschriftlichen Notizen finden sich darin auch Skizzen, Briefe, Zeitungsausschnitte und Fotografien.

Die Tagebücher wurden im Rahmen des Freiwilligenprogramms transkribiert und der Forschung zugänglich gemacht. Sie wurden auch für die Podcastserie genutzt – mittels Zitaten lasse Bosch die Hörenden «an seinen Gedanken, an Frust und Freude teilhaben». Zu Wort kommen auch fünf Archäologinnen und Archäologen.

Zu jeder Folge gibt es weitere Informationen, Bilder und Dokumente auf der Website der Kantonsarchäologie. In ergänzenden Texten nehmen die drei Freiwilligen weitere Aspekte aus den Tagebüchern auf und reflektieren und kommentieren die Zeitgeschichte der 1920er-Jahre.

Die erste Folge ist bereits «überall, wo es Podcasts gibt» sowie auf der Kantonswebsite verfügbar. Die weiteren Episoden sollen im Wochentakt bis Ende Jahr erscheinen.

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