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Schiff aus Bierdosen: Im selber getrunkenen Boot auf dem Hallwilersee

So eine Bieridee: Sascha Kottmann aus Fischbach-Göslikon hat mit seinem Kollegen Markus Hitz ein Boot aus leeren Bierdosen gebaut. Es schwimmt!

Roger Rüegger
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Sascha Kottmann (links) und Markus Hitz auf Jungfernfahrt im Seezopf in Meisterschwanden.

Sascha Kottmann (links) und Markus Hitz auf Jungfernfahrt im Seezopf in Meisterschwanden.

Verrückte Konstruktionen basieren häufig auf einer Bieridee. Das Projekt der Hobbykapitäne Sascha Kottmann (47) und Markus Hitz (45) verdient diese Bezeichnung mehr als andere. Stahlbauer Kottmann und Betriebsmechaniker Hitz haben aus 2000 Bierbüchsen ein Boot gebaut. Entstanden ist der Plan, als Kottmann mit einem Pick-up einkaufen ging. Da sein Lieblingsbier als Aktion angeboten wurde, füllte er die Ladebrücke und deckte gleich auch den Bedarf für Hitz ab.

Testfahrt im heimischen Pool

1000 Liter Bier sind auch für die starken Männer kein Schleck. So stellten sie sich die Frage: Was macht man mit so viel Bier – und Dosen. «Wir entschieden uns für das Boot. Die Idee schlummert seit 20 Jahren in mir. Ich habe so etwas mal in Australien gesehen», sagt Kottmann. «Wir erzählten einigen Leuten davon und wurden prompt darauf angesprochen. Die Schlinge zog sich zu. Wir mussten ein Resultat liefern.»

Die technisch versierten Handwerker fanden mit Hosentaschenphysik heraus, dass sich Büchsen mit einem Montagekleber miteinander befestigen lassen. Der Schiffsboden war rasch angefertigt. Die erste Wasserung erfolgte in Kottmanns Pool in Fischbach-Göslikon. Der Freiämter mit Heimatort Schongau ist noch immer von seinem Boot begeistert: «Es zeigte sich, dass der Boden sehr stabil und kompakt war. Die Büchsen, die wir mit den Öffnungen nach unten montierten, haben eine hohe Auftriebskraft. Die Konstruktion trägt unser Gewicht locker.» Das Büchsenboot hat wenig Tiefgang. Es scheint fast, als ob es sogar auf einer feuchten Wiese schwimmen könnte.

Am 19. August liessen die beiden Konstrukteure das rund 80 Kilogramm schwere Boot in Meisterschwanden auf dem Hallwilersee zu Wasser. Zwei Stunden verbrachten sie auf dem See. Für die Fortbewegung dient eine Schiffsschraube, die mittels Akkubohrmaschine angetrieben wird. Fazit der Jungfernfahrt: «Wer kann ausser uns schon behaupten, auf einem selbst getrunkenen Bierschiff eine Cervelat grilliert zu haben», freut sich Hitz.