Schafisheim
Plus eine Strasse, minus ein Weg: Jetzt geht es vorwärts im «Stapfe»

Nach jahrelangem Ringen um das Gebiet liegt das Erschliessungsprojekt auf, das für die geplanten Alterswohnungen nötig ist. Auch die BNO-Teilrevision ist fast abgeschlossen – kommt aber erst nächstes Jahr vor die Gemeindeversammlung.

Valérie Jost
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Das Gebiet «Stapfe» in Schafisheim (hinter dem Friedhof, links die Hecke davon): Hier sollen dereinst Alterswohnungen entstehen.

Das Gebiet «Stapfe» in Schafisheim (hinter dem Friedhof, links die Hecke davon): Hier sollen dereinst Alterswohnungen entstehen.

Valérie Jost

Das 2,7 Hektaren grosse Gebiet «Stapfe» im Zentrum von Schafisheim ist seit langem eine Knacknuss. Hier, hinter dem Friedhof, sollten neue Alterswohnungen entstehen: Das Projekt «Sunnepark» mit 30 Wohnungen lag 2019 auf, war aber unter anderem zonenplanerisch schwierig (es liegt in der Zone für öffentliche Bauten). Das verantwortliche Unternehmen Gebr. Faes AG mochte nicht warten, bis die Probleme gelöst waren. Es verkaufte das Bau- und das dafür nötige Erschliessungsprojekt.

Bei letzterem geht es nun vorwärts: Momentan liegt das Baugesuch für das Projekt «Erschliessung Stapfe» auf. «Wir haben eng mit den rund sieben Grundeigentümern zusammengearbeitet, die direkt betroffen sind», sagt Gemeinderätin Nadine Widmer (SVP). Sie wurde per 2022 zur neuen Frau Ammann gewählt und ist nebst anderen für das Ressort Bau zuständig. «Die Alterswohnungen im Gebiet ‹Stapfe› sind nach wie vor das oberste Ziel des Gemeinderats», sagt sie.

Die Erschliessung kostet 2,1 Millionen Franken

Um den «Stapfe» zu erschliessen, ist gemäss Baugesuch eine neue Strasse mit Kanalisation und Werkleitungen geplant – der Stapfenweg. Dieser soll auf Höhe der Kirche an der Lenzburgerstrasse beginnen (dort, wo heute der Gehweg «Stapfewägli» endet), dann parallel zur Seetalstrasse durch das Gebiet führen und in einem Wendeplatz enden, 80 Meter bevor die Strasse in den Pappelweg übergehen würde. Auf diesen 80 Metern soll zu einem späteren Zeitpunkt ein Gehweg entstehen, «um gebietsfremden Verkehr zu vermeiden».

Das heute schräg durchs Gebiet verlaufende «Stapfewägli» wird zum grössten Teil aufgehoben. Stattdessen wird unter demselben Namen eine Querstrasse zum neuen Stapfenweg (parallel zur Lenzburgerstrasse) erstellt, die bis hinter das Restaurant Eintracht reicht.

Die Baukosten (inkl. Landerwerb) liegen bei 2,1 Millionen Franken. Im Baugesuch ist zwar die Gemeinde als Bauherrin aufgeführt, jedoch mit dem Zusatz: «Vorbehalten bleibt die spätere Bauherrschaft der Grundeigentümer.» Gemäss Nadine Widmer wäre letzteres der Idealfall – entgegen dem ursprünglichen Plan, dass die Gemeinde selbst baut. Nach dem Bau soll die Strasse aber in Gemeindebesitz übergehen. «Wenn alles reibungslos klappt, sollte der Bau im Frühling beginnen können», so Widmer. Der entsprechende Erschliessungsplan sei bereits seit über zehn Jahren rechtskräftig.

BNO-Teilrevision kommt später

Wegen der Planungsschwierigkeiten wurde der «Stapfe» 2019 aus der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ausgeklammert. Seither wird er unter der «Teilrevision Stapfe II» separat behandelt. Westlich des Friedhofs sollen nun 0,87 Hektaren der Dorfzone zugeschlagen werden – mit der Bedingung, dass mindestens 25 Prozent der anrechenbaren Geschossfläche für altersgerechte Wohnungen zu konzipieren sind. Der Rest (also bis zu 75 Prozent) soll für normalen, finanziell attraktiveren Wohnungsbau genutzt werden dürfen. Was «altersgerecht» heisst, legt der Gemeinderat fest: Etwa, dass eine Person im Pensionsalter sein muss, oder dass es ein Service- und Dienstleistungsangebot gibt.

Inzwischen hat der Kanton «Stapfe II» in der Vorprüfung bewilligt, weshalb das Baugesuch zur Erschliessung bereits darauf beruht. Es fehlt nur noch das Ja der Gemeindeversammlung. Doch aus dem Plan, das Geschäft an die Wintergmeind vom 23. November zu bringen, wird nichts: «Zuerst muss das Bauprojekt ‹Erschliessung Stapfe› bewilligt werden, damit wir einen Zeitplan haben», so Nadine Widmer. Mit der Auflagefrist (bis 22. November) reicht die Zeit dafür nicht.

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