Schadenersatz-Forderung gegen Gemeinde kommt vor Gericht

Der Streit zwischen Architekten und dem Gemeinderat von Beinwil am See wegen des abgebrochenen Architekturwettbewerbs für den Umbau des Hotels Löwen kommt definitiv vor Gericht. Gespräche für eine aussergerichtliche Einigung sind gescheitert.

Pascal Meier
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Löwen in Beinwil am See

Löwen in Beinwil am See

Das alt ehrwürdige Hotel Löwen in Beinwil am See soll zur Gemeindeverwaltung umgebaut werden, doch das Projekt war Mitte 2014 auf halbem Weg stecken geblieben. Der Architekturwettbewerb endete im Fiasko. Jury und Gemeinderat fanden keines der fünf eingereichten Projekte überzeugend. «Die Verwaltung im ‹Löwen› würde damit 7,7 bis 9 Millionen kosten und das Kostendach von 4,9 Millionen massiv überschreiten», sagte Gemeindeammann Peter Lenzin am Donnerstag an einer öffentlichen Orientierung, an der rund 100 Böjuer teilnahmen.

Zudem würden die Projekte die Abläufe der Gemeindeverwaltung, die derzeit im Alten Schulhaus zu wenig Platz hat, kaum verbessert. Der Gemeinderat brach deshalb den Architekturwettbewerb ohne Sieger ab.

Gab es Verfahrensfehler?

Zwei Architekten sehen jedoch den Fehler bei Gemeinderat und Jury. Ende 2014 reichten sie deswegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und forderten Schadenersatz. Die Beschwerde war bis vor kurzem sistiert, weil die Architekten hofften, sich aussergerichtlich einigen zu können. Die Gespräche mit dem Gemeinderat brachten jedoch keine Einigung, wie die Architekten jetzt auf Anfrage erklärten. Der Fall kommt deshalb vor Gericht.

Die Architekten fordern Schadenersatz, weil der Gemeinderat während des Wettbewerbs «die Bedingungen geändert» und damit «den Abbruch selber verschuldet» habe. Gemeindeammann Peter Lenzin hält dagegen fest: «Wir sind überzeugt, dass wir keine Verfahrensfehler gemacht haben.» Der Gemeinderat gehe davon aus, vor Gericht Recht zu bekommen.