Oberes Seetal
Vier Gemeinden investieren in die Jugend: Die Jugendarbeit im Oberen Seetal soll bereits im August 2022 starten

Nachdem Meisterschwanden, Fahrwangen, Sarmenstorf und Bettwil den Kredit für die dreijährige Pilotphase der gemeinsamen Jugendarbeit bewilligt haben, wird mit Hochdruck weiter am Projekt gearbeitet.

Anja Suter
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Für die Bedarfsabklärung wurde unter anderem ein Jugendmobil eingesetzt.

Für die Bedarfsabklärung wurde unter anderem ein Jugendmobil eingesetzt.

zvg

Ein Ort zum Verweilen, die Möglichkeit, sich in der Gruppe zu unterhalten oder zusammen ein Spiel zu spielen. So ein Ort fehlt in den vier Gemeinden Meisterschwanden, Fahrwangen, Sarmenstorf und Bettwil. Das Problem haben die Gemeinderäte erkannt und seit 2019 laufen die Abklärungen, wie es zu lösen ist.

Inzwischen sind die vier Gemeinden aber schon weiter, eine wichtige Hürde ist geschafft. Eine erste Zustimmung vom Souverän aller vier Gemeinden. Bewilligt wurde ein Kredit für die dreijährige Pilotphase mit jährlichen Ausgaben von 220'000 Franken.

Die Kosten wurden für die einzelnen Gemeinden aufgrund ihrer Einwohneranzahl berechnet. In Meisterschwanden sind dies beispielsweise 75'000 Franken, in Fahrwangen 57'200 Franken.

Seitens der Arbeitsgruppe ist man natürlich froh, dass der Kredit in allen vier Gemeinden problemlos vom Volk gutgeheissen wurde. «Wir haben zwar eine Annahme erwartet. Aber man macht sich im Vorfeld natürlich immer ein wenig Gedanken. Das Projekt wurde jedoch gut aufgegleist und von allen vier Gemeinden mitgetragen», sagt der zuständige Meisterschwandner Gemeinderat Christoph Häusermann.

Seit Beginn wurde seitens der Gemeinden offen und proaktiv kommuniziert und vor allem: überall gleich. «Das war uns wichtig», sagt Häusermann. Bei einer Bedarfsanalyse wurden auch die Jugendlichen in den vier Gemeinden befragt. Dafür besuchte ein Jugendmobil die Schulen der Gemeinden, um die Bedürfnisse der späteren Zielgruppe zu ermitteln.

An der Gmeind in Meisterschwanden meldeten sich nur Befürworter

Doch nicht nur die Bedarfsanalyse kam zu einem klaren Ergebnis. Unbestritten war das Geschäft beispielsweise auch an der Meisterschwandner Gmeind. Alle Votanten setzten sich klar für einen Jugendtreff ein. Eine Meisterschwandnerin fand gar, es sei höchste Zeit, dass man etwas mache.

Auch ein anderer Votant sprach sich stark für den Kredit aus: «Es ist das Alter, in welchem man den Kontakt zu seinen Kindern als Eltern etwas verlieren kann, ich finde es wichtig, dass hier ein Angebot geschaffen wird.» Auch Christoph Häusermann unterstrich an der Gemeindeversammlung, dass der Bedarf für so ein Projekt da ist. «Wir sind nicht die Ersten mit dieser Umsetzung, sondern eher bald die Letzten», sagte er.

So soll es nach der Annahme jetzt auch zügig ans Werk gehen. «Es wird vor Weihnachten noch ein Treffen der zuständigen Gemeinderäte stattfinden», so Häusermann. Ziel sei es, sich über den Inhalt des Submissionsverfahrens auszutauschen.

«Wir möchten so schnell wie möglich die Ausschreibung machen und wenn möglich, per August 2022 mit der Pilotphase starten.»

In einem nächsten Schritt gehe es darum, einen geeigneten Raum für den Jugendtreff zu finden. «Ein wenig wie eine grosse Stube», so Häusermann. In welchem Ort dieser sei, wolle man nicht im Vorfeld entscheiden. Bettwil komme aber am wenigsten in Betracht, weil die Anbindung an den öffentlichen Verkehr für die anderen drei Gemeinden nicht sehr gut ist.

Nach der Pilotphase soll das Projekt nochmals hinterfragt werden

Die Ausschreibung soll im Februar oder März lanciert werden, sagt Häusermann. «Uns ist bewusst, dass es ein ambitionierter Plan ist.» Später als im August wolle man aber eigentlich nicht starten, «wir möchten den jetzigen Schwung mitnehmen», erklärt der zuständige Gemeinderat.

Ein nächstes Ziel wäre es dann, dass die Jugendarbeit am 2025 in den Regelbetrieb übergeht. «Aber nach eineinhalb Jahren möchten wir das Projekt zuerst hinterfragen, dies natürlich auch kritisch», betont Häusermann. «Ein Pilotbetrieb ist vor allem aus dem Grund super, dass wir eine Experimentierphase haben und noch viele Änderungen vornehmen können.»

An einem generellen Erfolg des Projektes zweifelt er derweil nicht. «Das Projekt Jugendarbeit funktioniert in anderen Gemeinden schon seit Jahren gut, ich denke, dass das auch bei uns möglich ist.»

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