Lenzburg
Wechsel an der Spitze: Firmengründer legt «Artoz» in neue Hände

Hans-Albert Kufferath gibt die in Hallwil gegründete und in Lenzburg ansässige Papier- und Bastel-Firma an CEO Domenic Meier weiter.

Nadja Rohner
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Roberto Caligiuri (Head of Sales), Domenic Meier (Geschäftsführer und neuer Hauptaktionär), Doris Kufferath und Hans-Albert Kufferath (Firmengründer), Etelka Meili (Head of Products), Marc Tundo (CFO; v. l.).

Roberto Caligiuri (Head of Sales), Domenic Meier (Geschäftsführer und neuer Hauptaktionär), Doris Kufferath und Hans-Albert Kufferath (Firmengründer), Etelka Meili (Head of Products), Marc Tundo (CFO; v. l.).

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Die Artoz Papier AG, einer der führenden Papier-, Bastel- und Kreativ-Anbieter, bekommt neue Eigentümer. Das schreibt sie in einer Medienmitteilung. Damit, so heisst es, regle Firmengründer Hans-Albert Kufferath, der gemeinsam mit seiner Frau Doris die Firma zum Erfolg geführt habe, die Nachfolge. Kufferath bleibt wichtiger Aktionär der Lenzburger Firma. Neuer Hauptaktionär ab 1. November und somit Nachfolger des Firmengründers wird der bisherige Geschäftsführer Domenic Meier. Ebenfalls am Unternehmen beteiligt sind die Management-Mitglieder Etelka Meili (Head of Products), Marc Tundo (CFO) und Roberto Caligiuri (Head of Sales).

Die Firma, die sich nach eigenen Angaben «der Leidenschaft Papier und den komplementären Kreativprodukten widmet», wurde am 1. August 1979 in Hallwil gegründet. Für Hans-Albert und Doris Kufferath sei die Übergabe ein wichtiger und auch emotionaler Schritt, heisst es in der Medienmitteilung. «Wir haben grosses Vertrauen in das Management. Mit diesem Schritt stellen wir langfristig die positive Entwicklung des Unternehmens sicher. Das Team hat unser Traditionsunternehmen mit neuen, kreativen und kundenorientierten Ansätzen auch in herausfordernden Zeiten wie diesen erfolgreich am Markt positioniert. Wir sind überzeugt, dass unser Lebenswerk eine gute Zukunft haben wird.»

75 Prozent der Angestellten sind Frauen

Artoz verfügt laut Firmenwebsite über 20 000 Artikel, wovon alleine das Papiersortiment mehr als 30 Sorten in 300 Farben und 50 Formate umfasst. Papier wird an der Lenzburger Ringstrasse allerdings nicht hergestellt. «Wir produzieren nicht selber», erklärt der neue Hauptaktionär und bisherige CEO Domenic Meier. «Alle Produkte von Artoz werden in der Schweiz entwickelt und designed. Wir lassen die Produkte mehrheitlich in Europa fertigen. Es gibt aber einige Fertigungsschritte, welche wir in Lenzburg machen. Zum Beispiel das Erstellen von kundenspezifischen Bastelsets.»

Das Firmengebäude der Artoz befindet sich an der Ringstrasse West in Lenzburg.

Das Firmengebäude der Artoz befindet sich an der Ringstrasse West in Lenzburg.

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Heute hat die Firma rund 100 Mitarbeitende, wovon etwa drei Viertel Frauen sind. Die meisten sind in Lenzburg am Hauptsitz tätig, manche machen Heimarbeit. «Vertrieb haben wir in allen wichtigen europäischen Ländern», so Meier.

Hauptkunden waren von Pandemie stark betroffen

Wie viel Umsatz Artoz macht, lässt sich Domenic Meier nicht entlocken: Dazu mache die Firma keine öffentlichen Angaben. Aber er erzählt, wie die Pandemie Artoz getroffen hat: «Unser Hauptabsatzkanal sind Papeterie- und Schreibwarengeschäfte, welche in den meisten Ländern aufgrund der Regierungsbestimmungen über mehrere Monate schliessen mussten.

Das hatte auf den Auftragseingang einen starken Einfluss.» Artoz habe die Zeit aber genutzt, um Prozesse zu optimieren und Produkte zu entwickeln. «Aktuell erholen sich die Länder sehr unterschiedlich. In der Schweiz liegen wir zum Beispiel 15 Prozent über dem Vorjahr und gehen noch von einer deutlich stärkeren Erholung im vierten Quartal aus.»

Jetzt sucht die Firma einen neuen Standort

Wie hat sich das Geschäft verändert? «Das klassische Schreibpapier, das Karten- und Kuvertgeschäft war über die Jahre rückläufig», so Meier. «Dafür haben wir den Bereich Basteln, Schenken und Gestalten deutlich ausgebaut. Der Do-it-yourself-Gedanke hat stark zugenommen.» Und wie geht es weiter? «Wir werden weiter das Angebot an Geschenkartikeln ausbauen», so Meier. «Es werden aber nicht fertige Geschenkartikel sein, sondern immer Produkte, welche noch individuell angepasst und personalisiert werden können.» Und die Firma werde in den nächsten drei Jahren mehrere grössere strategische Projekte in Angriff nehmen.

Eins davon hängt mit dem erfolgreichen Verkauf des Firmengeländes an zentralster Lage zusammen. Das Fabrikareal der Artoz Papier AG, etwa drei Hektaren Bauland, wurde Anfang Jahr veräussert. Der Fonds Immo Helvetic will hier «ein lebenswertes Quartier» bauen. Wie viel die Artoz für das Land erhalten hat, ist ebenfalls geheim, man erzählt sich von ungefähr 70 Millionen Franken. Für die Firma Artoz Papier AG heisst das aber: umziehen. «Wir suchen einen neuen Standort für unser Unternehmen», erklärt Domenic Meier. Bis 2024 oder 2025 bleibt die Artoz noch am alten Ort.

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