Lenzburg
Das Spezialitätenrestaurant Rosmarin bringt das süsse «Lecker-Ei» auf den Markt

Das Pralinenei ist eine Osterkreation «by Rosmarin» – dessen Besitzer, Gault-Millau-Koch Philipp Audolensky, spielt ausnahmsweise die zweite Geige.

Ruth Steiner
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Die Pralineneier sind eine neu kreierte Leckerei aus dem Hause Audolensky/Frischknecht.

Die Pralineneier sind eine neu kreierte Leckerei aus dem Hause Audolensky/Frischknecht.

Alex Spichale

Philipp Audolensky lässt keinen Zweifel offen, wer im «Rosmarin» der Chef ist. Seit 15 Jahren schwingt der 45-jährige GaultMillau-Koch in der Lenzburger Rathausgasse den Kochlöffel und bewirtet im kleinen Spezialitätenrestaurant mittlerweile viele Stammgäste.

Doch seit Corona ist es auch in der «Rosmarin»-Küche still geworden. Umso geschäftiger geht es derzeit in den privaten Küchenräumlichkeiten im Hause Audolensky zu und her. Dort ist gerade richtig auf die kommenden Ostern eine neue Kreation «by Rosmarin» aus der Taufe gehoben worden: eine mundgerechte, schokoladige Köstlichkeit ungefähr in der Grösse eines Wachteleis.

Confiseurin ist Philipp Audolenskys Frau Julia Frischknecht. Sie hat das Handwerk in London bei Patîssier Yotam Ottolenghi von der Pike auf gelernt. Und sie gibt bei der Pralinen-Produktion den Ton an. Audolensky kommt die für ihn ungewohnte Rolle des Zudienens zu. Audolensky sagt:

«Bei diesem Projekt ist meine Frau Chefin.»

Er lacht. «Ich bin für das Marketing und die Logistik verantwortlich.» Nötigenfalls helfe er auch beim Einpacken der Pralinen, die sorgfältig in Miniaturausgaben normaler Eierschachteln gelegt werden, sechs pro Schachtel. Das Schächtelchen wird mit einer grünen Schleife verziert. Diese Chnübli-Arbeit, sagt Audolensky, überlasse er gerne zarten Frauenhänden.

Unerwartet hohe Nachfrage nach dem Lecker-Ei

Das Lecker-Ei ist im wahrsten Sinn der Wortspielerei eine Leckerei. Eine sündhafte Gaumenfreude; das von Audolensky offerierte Versuecherli hält, was es verspricht. In einem schokoladenen Hohlkörper versteckt sich eine cremeartige Schoko-Füllung mit einem leichten Baileys-Aroma, die auf der Zunge regelrecht zergeht. Das gefüllte Ei wird am Schluss mit einer exakt temperierten Schokolade überzogen, damit die Praline ihren Glanz nicht verliert. Der Hilfs-Confiseur erzählt:

«Wir haben lange getüftelt, bis wir mit den Ergebnis zufrieden waren.»

Familie und Kollegen seien in der kreativen Phase wichtige und vor allem kritische Testesser gewesen. Die ersten fertigen Leckereien hat Audolensky auf Facebook gepostet. Was dann passierte, hat seine kühnsten Vorstellungen übertroffen. «Wir werden regelrecht überrollt mit Bestellungen.» Und zwar so sehr, dass in den letzten Tagen das Rohmaterial auszugehen drohte und in Windeseile Nachschub beschafft werden musste. Das Lecker-Ei kann per Mail auf info@restaurant-rosmarin.ch bestellt werden.

Die Pralinen sind mit einer zartschmelzenden Baileys-Schokocreme gefüllt.

Die Pralinen sind mit einer zartschmelzenden Baileys-Schokocreme gefüllt.

Alex Spichale / LZB

Planget, bis er wieder Gäste bewirten darf

Das Lecker-Ei soll kein Osterprojekt bleiben. Audolensky will es im «Rosmarin» zum Verkauf anbieten, zusätzlich zum hausgemachten Rosmarin-Sirup. Der «Rosmarin-Wirt» erklärt:

«Der Zusatzverkauf hilft uns vielleicht, das schwierige Jahr zu überbrücken.»

Die Durststrecke sei lang für die Branche; länger, als er erwartet habe. «Ich bin bisher immer optimistisch gewesen. Ende Februar habe ich eine Speisekarte für den Monat März erstellt», sagt er. Vergebens. Dabei verhehlt er nicht, dass es sehr anspruchsvoll geworden wäre, nur den Aussenbereich bewirtschaften zu können, wie eine Zeit lang angedacht gewesen war.

Jetzt hofft Audolensky, dass die Restaurants Ende April/Anfang Mai den Betrieb aufnehmen können. So langsam gehe es auch einem gesunden Restaurants ans Eingemachte. Mit seinem Kleinbetrieb (32 Plätze) sei er im Vorteil gegenüber Grossbetrieben, die Unterstützungen von Bund und Kanton helfen, die Kosten abzufedern. «Wir möchten jedoch wieder Vollgas geben können», sagt er. Vorsorglicherweise hat er sein Personal aufgestockt. Eine ehemalige Serviceangestellte komme wieder zurück. In der Küche hingegen sei für einen gelernten Koch noch ein Platz frei.

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