Meisterschwanden

Lebensabend im Dorf: Gemeinde plant Projekt für betreutes Wohnen

Auf dem Hüetli-Areal beim ehemaligen Gemeindehaus ist eine Anlage für betreutes Wohnen im Alter geplant. Die Bevölkerung wurde erstmals orientiert.

Fritz Thut
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Die Anlage für das betreute Wohnen soll beim ehemaligen Gemeindehaus auf dem «Hüetli-Areal» in Meisterschwanden realisiert werden. (Symbolbild)

Die Anlage für das betreute Wohnen soll beim ehemaligen Gemeindehaus auf dem «Hüetli-Areal» in Meisterschwanden realisiert werden. (Symbolbild)

Juri Junkov

«Das Bedürfnis ist vorhanden.» Für Gemeindepräsident Ueli Haller ist klar, dass auch in Meisterschwanden immer mehr Einwohner immer älter werden und den Wunsch haben, ihren Lebensabend im eigenen Dorf zu verbringen. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat ein Planungsteam eingesetzt, mit dem Auftrag, ein Projekt für betreutes Wohnen im Alter auszuarbeiten.

Bei der Präsentation der ersten Ergebnisse dieser Kommission vorgestern Mittwoch wurde die Bestätigung geliefert: Die äusserst gut besetzte Mehrzweckhalle zeugte vom grossen Interesse, das die Bevölkerung diesem Thema entgegenbringt. «Wir wollen Sie heute seriös informieren, müssen jedoch darauf aufmerksam machen, dass noch nichts in Stein gemeisselt ist», so Haller.

Auf Gemeindeland

Die Vorarbeiten sind jedoch schon so weit fortgeschritten, dass einige Punkte weitgehend klar sind. Der vorgesehene Standort liegt beim ehemaligen Gemeindehaus; das Land gehört der Gemeinde und soll im Baurecht einer noch zu gründenden Aktiengesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Geplant sind etwa 28 (21⁄2- und 31⁄2-Zimmer-)-Wohnungen und 24 Pflegeplätze sowie die notwendigen Allgemein- und Gemeinschaftsräume und Restaurant.

Ueli Haller Gemeindepräsident von Meisterschwanden an der Orientierung über betreutes Wohnen im Alter «Wir wollen Sie heute seriös informieren, müssen jedoch darauf aufmerksam machen, dass noch nichts in Stein gemeisselt ist.»

Ueli Haller Gemeindepräsident von Meisterschwanden an der Orientierung über betreutes Wohnen im Alter «Wir wollen Sie heute seriös informieren, müssen jedoch darauf aufmerksam machen, dass noch nichts in Stein gemeisselt ist.»

Thomas Moor

Der designierte spätere Betreiber des Seniorenzentrums, die Firma Sensato AG aus Bern, orientierte über das Konzept der Anlage. Geschäftsführer und Inhaber Guido Reber verwies wiederholt auf das vor vier Jahren in Wohlen eröffnete Zentrum, das für interessierte Meisterschwander am übernächsten Samstag seine Türen offenhält.

Noch näher, in Seengen, wird Sensato in Zukunft die «Casa Hubpünt» betreiben. Dieses Alterszentrum wird von der Grösse her etwas kleiner als die Wohler «Casa Güpf» und ziemlich genau der Dimension der Meisterschwander «Casa Hüetli» entsprechen.

Ob in der Region nicht mit einem Überangebot an Alterswohnungen und Pflegeplätzen zu rechnen sei, nachdem ja zusätzlich in Fahrwangen ein entsprechendes Projekt vorangetrieben wird, wurde in der anschliessenden Diskussion gefragt. «Unsere Planung basiert auf einer Bedarfsabklärung», beruhigte Reber. Die geplanten Pflegeplätze seien mit der Regionalplanung abgesprochen und figurierten provisorisch bereits auf der kantonalen Pflegeheimliste. In der erstaunlich kurzen Diskussion wurden Punkte wie der Ärztemangel im Dorf oder die vorgesehenen Mietpreise in den Wohnungen thematisiert.

Verträge ausarbeiten

Vizepräsidentin Ariane Roth als zuständige Gemeinderätin orientierte über das weitere Vorgehen. In nächster Zeit müssen zahlreiche Vertragswerke (Baurechtsvertrag, Statuten der AG, Aktionärsbindungsvertrag) ausformuliert werden. Darüber und über eine Beteiligung von Einwohner- und Ortsbürgergemeinde an der Trägerschaft werden die Stimmberechtigten an der nächsten Herbstgemeindeversammlung oder an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im nächsten Frühjahr entscheiden.