Lenzburg

Kunst statt Ravioli: Hero-Kosthaus entwickelt sich zum Kulturhaus

Im ehemaligen Wohlfahrtshaus der Hero finden erste kulturelle Veranstaltungen statt. Im grossen Saal stehen schon die Stühle bereit für Besucher – bis zu 120 Menschen haben Platz.

Irena Jurinak
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Matthias Wiesmann von der Coopera plant eine erste Tagungsreihe im Saal des Kosthauses

Matthias Wiesmann von der Coopera plant eine erste Tagungsreihe im Saal des Kosthauses

Ab Ende April wird in der ehemaligen Hero-Kantine «Vis-à-Vis» geistige Nahrung serviert. Im grossen Saal stehen schon die Stühle bereit für Besucher – bis zu 120 Menschen haben hier Platz. Die Hero ist definitiv weggezogen und im Gebiet am Niederlenzer Kirchweg in der Nähe des Bahnhofs Lenzburg regt sich neues Leben. Die Pensionskasse Coopera bringt mit einem Tagungs-Programm die Entwicklung des Kosthauses zum Kulturhaus ins Rollen.

Zusammen mit Baugrund für Wohnhäuser hatte die Coopera das Kosthaus vor zwei Jahren erworben. Auf dem Baugrund stehen mittlerweile vier Wohnhäuser, die zum Teil bereits bewohnt sind.

Freiraum schaffen und anbieten

Das Kosthaus wurde von der Coopera an die ihr angeschlossene Stiftung für Nutzungseigentum am Boden (NEB) abgetreten. Das Gebäude sollte finanziell möglichst wenig belastet sein. «Wir wollten einen Freiraum schaffen und wirtschaftlich möglichst wenig Druck auf dem Kosthaus haben», erklärt Matthias Wiesmann von der Coopera. Bereits haben ein «Poetry-Slam» und Theaterproben im grossen Saal stattgefunden. «Aufgrund des ‹Zu-Vermieten›-Plakates haben wir bereits Anfragen erhalten», sagt Wiesmann.

Nun steht auch ein erstes für die Öffentlichkeit zugängliches Programm an – eine Tagungsreihe zum Thema Entwicklungsprozesse. «Damit wollen wir sichtbar machen, dass im Kosthaus etwas passiert.»

Raum lässt vieles zu

Das Thema der Tagungen passt auch zum Grundkonzept der NEB, einen Ort der Kultur entstehen zu lassen. «Wir haben noch kein fertiges Konzept erstellt, sondern wollen sehen, was sich hier entwickelt, wo die Interessen liegen», erklärt Matthias Wiesmann. Kultur, Wissenschaft und Bildung sind die Stichworte. Man wolle nicht an den Gegebenheiten vorbei etwas planen, sondern erst spüren, welche Bedürfnisse da seien. Das Haus ist offen für lokale Kulturveranstalter aus allen Bereichen – Ausstellungen, Konzerte, Theater. «Wir sind offen für alles, der Raum lässt vieles zu.»

Denkbar wäre auch, dass die frühere Kantinen-Küche von einem Caterer genutzt wird, um Tagungsgäste oder Mieter zu verpflegen. Die ehemaligen Garderobenräume im Untergeschoss sollen dauerhaft vermietet werden. «Aber wir wollen nicht einfach die Räume vermieten, sondern sie mit einer Idee füllen.»

Ab April finden Tagungen zu wechselnden aktuellen Themen statt. Ausserdem will die NEB Schulungen und Kurse durchführen zu alternativen Werthaltungen und Sichtweisen auf die Wirtschaft. Weiter soll im Kosthaus eine Plattform für Forschung und Reflexion entstehen.

Kosthaus Lenzburg Die Tagungsreihe Entwicklungsprozesse startet am 29. April mit dem Thema «Architektur- und Planungsprozesse» von 9.15 bis 16 Uhr. «Die Zukunft der Altersvorsorge», «Wirtschaftliche Entwicklungsprozesse», «Vom Hof auf den Teller» sind weitere Tagungs-Themen.

Details und Daten auf www.coopera.ch.