Hunzenschwil
Gemeinderat beantragt Kredit: Der «Frohsinn» soll für 475'000 Franken umgebaut werden

Das ehemalige Hotel und Restaurant befindet sich im Besitz der Ortsbürger. Gemietet von der Gemeinde, soll es dereinst Tagesstrukturen und Asylsuchende beherbergen.

Florian Wicki
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Das ehemalige Hotel und Restaurant Frohsinn in Hunzenschwil soll für 475'000 Franken umgebaut werden.

Das ehemalige Hotel und Restaurant Frohsinn in Hunzenschwil soll für 475'000 Franken umgebaut werden.

Florian Wicki

Am Freitag, 19. November, findet die Hunzenschwiler Gemeindeversammlung in der alten Turnhalle statt. Neben dem Budget 2022, das mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 99 Prozent (AZ vom 1. Oktober) rechnet, wird das gewichtigste Traktandum ein Kredit sein.

Der Gemeinderat beantragt dem Souverän, 475'000 Franken in den Umbau des ehemaligen Hotels und Restaurants Frohsinn an der Schulgasse zu investieren.

Langfristige Strategie des Gemeinderats

Die Liegenschaft befindet sich seit Herbst 2020 im Eigentum der Hunzenschwiler Ortsbürger, die sich bereits seit längerer Zeit gewünscht haben, dass das Vermögen der Ortsbürgergemeinde besser angelegt wird.

Das ist mit dem Kauf für 1,2 Millionen Franken passiert, wie der Hunzenschwiler Gemeinderat gestern in einer Mitteilung erklärte: «Der Kauf basiert auf der Strategie des Gemeinderats, Liegenschaften in der öffentlichen Zone zu erwerben und für aktuelle und zukünftige Nutzungen bereitzuhalten.» Bereits der Kauf des Postgebäudes, welches diesen Sommer zu einem Kindergarten umgestaltet wurde, entspreche dieser langfristigen Strategie.

Anschliessend ist geplant, die Tagesstrukturen und die Asylsuchenden des Dorfes dorthin zu verlegen.

Anschliessend ist geplant, die Tagesstrukturen und die Asylsuchenden des Dorfes dorthin zu verlegen.

Urs Helbling

Tagesstrukturen und Asylbewerber

Auch in den «Frohsinn» sollen dereinst Kinder einziehen, ist den Plänen des Gemeinderats zu entnehmen: Nach dem Umbau sollen die Hunzenschwiler Tagesstrukturen dorthin umziehen, die derzeit im Schulpavillon untergebracht sind. Damit werden zwei zusätzliche Schulräume frei, die laut Gemeinderat auch benötigt werden: «Damit können vorerst die steigenden Raumbedürfnisse der Schule abgedeckt werden.»

Doch nicht nur die Tagesstrukturen ziehen um: Durch den Umbau werden im «Frohsinn» ausserdem vier Wohnungen für Asylbewerberfamilien geschaffen. So wird laut Gemeinderat eine Alterswohnung verfügbar, welche bisher durch eine Asylbewerberfamilie bewohnt und durch die Gemeinde finanziert worden sei. Auch die restlichen Asylsuchenden, die derzeit ein der Einwohnergemeinde gehörendes Haus im Rain 8 bewohnen, sollen in den Frohsinn umziehen. Das Einfamilienhaus soll anschliessend verkauft werden.

3500 Franken Miete pro Monat

Nach dem durch die Einwohnergemeinde finanzierten Umbau bleibt der «Frohsinn» im Eigentum der Ortsbürgergemeinde; ein weitergehendes Engagement wie zum Beispiel die Finanzierung des Umbaus durch die Ortsbürgergemeinde sei nicht gewünscht worden.

Der Gemeinderat will die Liegenschaft von den Ortsbürgern mieten, zu einem Preis von 42’000 Franken pro Jahr oder 3500 Franken pro Monat. An der Gmeind Mitte November will der Gemeinderat die möglichen Mieteinnahmen, die jährlichen Finanzierungskosten und den möglichen Verkaufserlös der Liegenschaft Rain 8 detailliert aufzeigen.