Lenzburg
Hoffnung auf Tempo 30 auf der Bahnhofstrasse

Der Stadtrat schliesst eine Temporeduktion auf der Bahnhofstrasse nicht explizit aus. Auch die Villa Fischer beschäftigt weiter.

Ruth Steiner
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Tempo 30 auf der Bahnhofsstrasse? (Symbolbild)

Tempo 30 auf der Bahnhofsstrasse? (Symbolbild)

Sandra Ardizzone

Die SP, welche den Vorstoss in der März-Sitzung des Einwohnerrats eingebracht hatte, freute sich: «Das ist eine Aufwertung für die Bahnhofstrasse und sicher einladend für alle Verkehrsteilnehmer», sagte Sprecherin Anja Voegeli Knapp. Zuvor hatte der Stadtrat an der Sitzung von vorgestern Donnerstag auf den Antrag der Linken zu «Tempo 30 auf der Bahnhofstrasse und der Augustin-Keller-Strasse» positiv reagiert.

Für Letztere wird eine Geschwindigkeitsreduktion im kommenden Jahr ins Auge gefasst. Was die Bahnhofstrasse anbelangt, so plant der Stadtrat dort anstelle der im Finanzplan für 2020/22 vorgesehenen Belagssanierung eine wesentlich teurere Umgestaltung. In seiner Antwort hielt der Stadtrat fest, «die Einführung von Tempo 30 auf der Bahnhofstrasse macht erst nach einer Umgestaltung Sinn». Das Stadtbauamt sei beauftragt, ein entsprechendes Bauprojekt auszuarbeiten. Dieses muss öffentlich aufgelegt werden.

«Villa Fischer» beschäftigt weiter

Die Bahnhofstrasse war auch Teil des Postulats der Grünliberalen «Einhaltung Ensembleschutz in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) – Abbruch/Neubau Bahnhofstrasse 22» (AZ 26. 6.). Dieses wurde zwar gemäss dem Antrag des Stadtrats mit 30 Ja zu 8 Nein abgeschrieben. Begründet wurde das Ergebnis damit, dass man der laufenden BNO-Revision nicht vorgreifen wolle.

In den Voten wurde hingegen klar zum Ausdruck gebracht, dass die «Villa Fischer» nicht einfach so preisgegeben werden soll: Martin Killias (SP) beanstandete die stadträtlichen Abklärungen der Villa als kantonal schutzwürdiges Objekt als «fragwürdig». Killias ist überzeugt, «kommunal hätte die Vila sehr wohl Qualitäten für ein schutzwürdiges Objekt». Aus Sicht von Martin Killias läuft die Begründung des Stadtrats «auf einen selbstverständlichen Abbruch der Villa hinaus».

Ins gleiche Horn blies Francis Kuhlen (FDP). Im Grunde genommen gehe es gar nicht um das Einzelobjekt, sondern um den Schutz des gesamten Villen-Ensembles, von denen die «Villa Fischer» Teil sei, sagte er und fragte: «Weshalb haben die seinerzeitigen Überlegungen, die zum Ensembleschutz geführt haben, heute keine Gültigkeit mehr?»

Die grünliberalen Postulanten mahnten, bei der gesamten Thematik nicht nur auf den denkmalpflegerischen Aspekt zu fokussieren. Der GLP gehe es in ihrem Vorstoss ebenso um die Wahrung des Gebietscharakters, sprich den Erhalt der Grünfläche, sagte Martin Geissmann. Der heutige Park müsste dem 6,8 Millionen schweren Neubauprojekt der Credit Suisse Real Estate Fund Living Plus geopfert werden. Das Baugesuch hatte im letzten Jahr öffentlich eine heftige politische Diskussion ausgelöst und zur Sistierung des Bauprojekts geführt. In dieser Angelegenheit mahnte Martin Killias den Stadtrat, der Bauherrschaft «nicht allzu grosse Hoffnungen zu machen».

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