Gemeindeversammlung
Bald bei 105 Prozent: Boniswil möchte den Steuerfuss um 2 Prozentpunkte senken

Mit der Steuerfusssenkung schliesst das Budget mit einem leichten Minus. Seitens der Gemeinde erwartet man aber eine bessere Rechnung. Zudem entscheiden die Stimmberechtigten auch über eine Fusion – jene der Musikschule.

Anja Suter
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Im Vordergrund Alliswil, Ortsteil von Boniswil, links hinter dem Hallwilersee die Gemeinde Seengen.

Im Vordergrund Alliswil, Ortsteil von Boniswil, links hinter dem Hallwilersee die Gemeinde Seengen.

Severin Bigler

Es sind erfreuliche Nachrichten, die der Gemeinderat von Boniswil in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung verkünden darf. Das Budget 2023 kommt mit einem Steuerfuss von 105 Prozent daher – und somit mit einer Steuerfusssenkung von 2 Prozent. Mit dem reduzierten Steuerfuss weist das Budget ein Minus von 48'580 Franken auf. In den Unterlagen begründet der Gemeinderat kurz, wieso er sich zur Senkung entschieden hat. Zum einen verweist er auf das Eigenkapital, welches Anfang des Rechnungsjahres noch rund 7,5 Millionen Franken betragen hatte. «In der Zwischenzeit konnte ein Kredit in Höhe von 2 Millionen Franken zurückbezahlt werden, ohne hierfür neues Fremdkapital aufnehmen zu müssen», heisst es.

Auch die geplanten Investitionen und die Kennzahlen würden nach Ansicht des Gemeinderates eine moderate Reduktion des Steuerfusses erlauben. «Es kann zudem daran erinnert werden, dass die Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre jeweils deutlich besser ausgefallen sind, als sie budgetiert waren», schreibt der Gemeinderat. Die letzte Veränderung des Steuerfusses gab es in Boniswil 2018. Dabei handelte es sich aber um den Steuerfussabtausch mit dem Kanton, welcher weitergegeben wurde – dadurch sank der Steuerfuss auf 107 Prozent.

Abwasserleitung ist in einem sehr schlechten Zustand

Der grösste Kredit, über den die Stimmberechtigten an der Gmeind entscheiden, ist jener für den Ersatz der Abwasserleitung im Gebiet der Pfaffhalde. Der Baukredit beträgt 1,5 Millionen Franken. Die Leitungen weisen einen sehr schlechten Zustand auf und ihre Funktionsfähigkeit ist gemäss den Unterlagen nicht mehr sichergestellt. Erkannt wurde dies bei Kanal-TV-Aufnahmen, die im Rahmen des Generellen Entwässerungsplans der zweiten Generation gemacht wurden.

Im Mai 2022 beauftrage der Gemeinderat die Flury AG mit der Erarbeitung eines Vorprojektes. Das Büro schätzt die Kosten auf 1,258 Millionen Franken mit einer Kostengenauigkeit von +/- 25 Prozent. «Der Gemeinderat Boniswil hat mit Entscheid vom 5. September die CES Bauingenieure AG, Aarau, mit der Ausarbeitung des definitiven Bauprojekts, auf Basis des vorliegenden Vorprojekts, beauftragt.» Bis zur Druckfreigabe der Vorlage habe das Bauprojekt aber noch nicht vorgelegen.

Eine Kreismusikschule mit acht beteiligten Gemeinden

Beim Traktandum 6 geht es um eine Fusion – zur Kreismusikschule Seetal. «Das Musikschulwesen verändert und entwickelt sich schweizweit laufend. Schulpolitische Entwicklungen, aber auch gesellschaftliche Veränderungen bedingen heute und erst recht morgen gut aufgestellte Musikschulen», heisst es.

Die Musikschulen «Regionale Musikschule Oberes Seetal» REMOS und «Kreismusikschule Seengen» KMS sind seit mehreren Jahrzehnten in der Region tätig und gut verankert. «Bereits heute arbeiten die beiden Musikschulen in verschiedenen Bereichen zusammen», wird in den Unterlagen ausgeführt. Allerdings basiere die Zusammenarbeit lediglich auf «Übergangsstrukturen», was einer weiteren Schulentwicklung hinderlich sei. «Es macht Sinn, die vertragslose Zusammenarbeit in einer gemeinsamen und zukunftsgerichteten Struktur zusammenzuführen.» Aus den beiden Musikschulen REMOS und KMS soll die künftige Kreismusikschule Seetal mit den Gemeinden Bettwil, Boniswil, Egliswil, Fahrwangen, Leutwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Seengen entstehen.

Bereits seit 2019 wurde eine Arbeitsgruppe zur Prüfung des Zusammenschlusses eingesetzt. «Mit dem Fokus auf eine Fusion der REMOS und der KMS wurden Satzungen entworfen, es wurden die Strukturen überprüft, ein Richtbudget erstellt und Verrechnungsmodalitäten geklärt», heisst es in den Unterlagen. Dem vorliegenden Gesamtpaket haben die Behörden der Gemeinden zugestimmt, heisst es. Nun soll auch die Gmeind die Satzungen genehmigen.