Brunegg

Der neue Dorfladen soll zur Erfolgsstory werden

An der offiziellen Wiedereröffnung dominierte die Zuversicht: Der Laden an der Hauptstrasse viel ist mehr als ein Laden.

Fritz Thut
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Brunegg - Eröffnung des Dorfladens Wiedereröffnung des Dorfladens Brunegg

Brunegg - Eröffnung des Dorfladens Wiedereröffnung des Dorfladens Brunegg

Fritz Thut

Die Institution Dorfladen hat es zurzeit schwer. Immer mehr werden geschlossen. Doch am Samstag wurde in Brunegg die Wiedereröffnung des Dorfladens gefeiert. Getragen von Gemeinderat und Bevölkerung soll die Freude über das neue Lokal kein Strohfeuer bleiben.

Schon lange bevor die Landi Maiengrün Ende 2013 ihren Volg-Laden in der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Hauptstrasse schloss, war für die Brunegger klar, dass man diesen Rückzug nicht so mir nichts dir nichts hinnehmen will. Man mandatierte den umtriebigen Gemeinderat flugs mit den nötigen Kompetenzen.

«Endlich ist es soweit.» Gemeindepräsidentin Ruth Imholz Strinati brachte am Samstagmorgen die Stimmungslage der meisten Brunegger auf den Punkt, als sie an der offiziellen Einweihung das Ende der laden-losen Zeit verkündete: «Wir alle haben in den letzten vier Jahren hart auf diesen Moment hin gearbeitet.»

Perfekten Partner gefunden

Sie hätte sich nie zu träumen gewagt, wie schön der Dorfladen dereinst werde, räumte Imholz ein: «Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir heute am Anfang einer echten Brunegger Erfolgsstory stehen.» Man rechne damit, dass die «ersten fünf kritischen Jahre» überstanden werden können.

Die Zuversicht scheint insofern berechtigt, als die Brunegger mit ihrer Beharrlichkeit nicht nur einen schönen neuen Marktplatz eingerichtet haben, sondern es auch erreicht haben, dass an der Aussenmauer ein Bancomat für Bargeldbezüge zur Verfügung steht. Dies ein Statussymbol, das manch grösserer Gemeinde fehlt.

Bei der Suche nach der Dorfladen-Betreiberin war man anspruchsvoll. «Ich wusste, dass wir nicht nur einen geeigneten, sondern schlichtweg den perfekten Partner finden mussten», so die Gemeindepräsidentin. Gefunden hat man die Bäckerei Lehmann aus Schinznach, die hier ihr Backwarensortiment aber auch Drittprodukte wie etwa Charcuterie verkauft und ein originelles Café betreibt.

Bäckerei, Café, Markt, Bücherei

Die Originalität der Brunegger übertrug sich nahtlos auf die Betreiber. Tamara Lehmann, zusammen mit ihrem Bruder Armin in den nächsten Jahren verantwortlich für die Filiale Brunegg, verwies auf das im Vintage-Stil gehaltene Café: «Jeder Stuhl hier ist anders und aus einer Pfarrhaustüre haben wir einen Tisch gemacht.»

Der Brunegger Dorfladen ist jedoch noch viel mehr: In der Gourmet-Ecke können hochwertige Produkte gekauft werden, neben den Blumen und Bastelarbeiten des Berufsbildungsheims Neufeld bietet in der Markthalle die «Brunegger Kreativwirtschaft» ihre handgemachten Produkte im «Geld-ins-Kässeli»-System an. In der Gratisbücherecke kann man nicht mehr benötigte Bücher vorbeibringen und sich ohne Entgelt mit Lesestoff eindecken.

«Wenn Kompetenz auf Herzblut trifft, ist fast alles möglich.» Für Ruth Imholz Strinati stehen die Chancen gut, dass das Projekt Dorfladen zum Fliegen kommt.