Lenzburg
«Das Handwerk wird es auch in Zukunft brauchen»

Bei der Furter Malermeister GmbH in Lenzburg steht ein Generationenwechsel an. Sohn Stefan Weber übernimmt das Geschäft und verrät, weshalb er es weiterführt.

Ruth Steiner
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Mit dem Farbkübel legt Paul Weber die Geschicke des über einhundert Jahre alten Maler-Familienbetriebes in die Hände von Sohn Stefan. Alex Spichale

Mit dem Farbkübel legt Paul Weber die Geschicke des über einhundert Jahre alten Maler-Familienbetriebes in die Hände von Sohn Stefan. Alex Spichale

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Gerade erst hat mit dem «Tischlein Deck Dich» ein Lenzburger Traditionsunternehmen und Fachgeschäft für Porzellan und Glas seine Geschäftsaufgabe angekündigt – unter anderem mangels Zukunftsperspektiven.

Nur wenige hundert Meter weiter entfernt in westlicher Richtung stehen in einem andern langjährigen Betrieb ebenfalls einschneidende Veränderungen an. Diese sind jedoch ganz anderer Natur. Mit dem Generationenwechsel von Paul Weber zu seinem Sohn Stefan wird die Zukunft bei der über einhundertjährigen Furter Malermeister GmbH in bunten Farben gemalt.

Im funktional eingerichteten Besprechungszimmer der KMU ist der fast 30-jährige Jungunternehmer Stefan Weber voller Optimismus über seine neue Aufgabe als Chef von 11 Angestellten. Und er ist felsenfest überzeugt, dass «es das Maler-Handwerk auch in Zukunft brauchen wird». Selbst dann noch, wenn die seit Jahren anhaltende rege Bautätigkeit einmal abflachen werde. «Irgendeinmal wird es dazu kommen», sagt Weber, bereit, sich der Herausforderung zu stellen.

Jungunternehmer ist QV-Experte

Die Firma ist seit Jahrzehnten dem klassischen Malerhandwerk bei Renovationen, Neubauten und Altbausanierungen verpflichtet. Damit habe man das Geld in der Vergangenheit verdient. Und so soll es auch in Zukunft bleiben. Dabei verhehlt der junge Chef nicht, dass für ihn die Sanierung von denkmalgeschützten Häusern einen ganz besonderen Reiz darstellt. Nicht umsonst hat er für seine Diplomarbeit zum eidgenössischen Malermeister die Fassadenrestaurierung der Villa Alice Hünerwadel in Lenzburg gewählt.

Diese Aufgaben sind für einen Fachmann besonders knifflig: Die historischen Materialien und Verarbeitungstechniken müssen herausgefunden und festgelegt werden. In solchen Fällen wird eng mit der Denkmalpflege zusammengearbeitet.

Trotz seines jugendlichen Alters ist Stefan Weber bereits Prüfungsexperte bei den Qualifikationsverfahren der jungen Berufsleute. Dabei sorgt der Lenzburger KMU seit Jahren selber für Branchennachwuchs. Im Betrieb arbeiten immer drei Lernende mit.

Betrieb jetzt in 5. Generation

Dass zu viel Verantwortung auf seinen jungen Schultern lasten könnte, verneint Weber. Natürlich könnte er das Leben einfacher haben, sagt er lachend, viel stärker sei jedoch der Wunsch, sein eigener Herr und Meister zu sein. Auch zeigt er keine Scheu vor dem überdurchschnittlichen Engagement, das ihn nun erwartet. «Ich habe schon von Kindsbeinen an bei meinem Vater gesehen, dass man schaffen muss, wenn man etwas erreichen will.»

Vor genau 40 Jahren ist Paul Weber aus dem Bernbiet nach Lenzburg gezügelt, wo er eine Stelle als Maler «beim Furter» antrat, später wurde er dessen Geschäftsführer, 1996 Inhaber. Jetzt legt er den Pinsel zur Seite und übergibt den nach eigenen Angaben florierenden KMU in jüngere Hände. «Malermeister Furter geht nun sozusagen in die fünfte Generation.

Drei Generationen lang unter Führung der Familie Furter, seit 20 Jahren ist die Familie Weber am Ruder.» Gleichzeitig mit dem Generationenwechsel wurde die Firma in Weber Malermeister GmbH umfirmiert. Das Logo wurde nur leicht angepasst, die bisherige Tradition des Unternehmens soll bestehen bleiben.