Brunegg
Bau- und Nutzungsordnung: Brunegg musste über die Bücher

Weil der Kanton in seinem Vorprüfungsbericht ein Veto einlegte, kann der «Mattacher» nicht eingezont werden.

Anja Suter
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Grüner Fleck im Siedlungsgebiet: Geplant war, dass der «Mattacher» eingezont wird.

Grüner Fleck im Siedlungsgebiet: Geplant war, dass der «Mattacher» eingezont wird.

Anja Suter / Aargauer Zeitung

Rund 15 Jahre ist es her, seit das Gebiet Mattacher in Brunegg ausgezont wurde. Damals gab die Gemeinde aber das Versprechen ab, dass der «Mattacher» später wieder eingezont würde und somit zu Bauland wird. «Nach der Grundlagenerhebung im Jahr 2019 war für uns klar, dass dieser Bedarf seitens der Bevölkerung klar gegeben ist», erklärt Ruth Imholz Strinati an der Orientierungsversammlung am Mittwochabend. Die Gemeinde plante, das alte Versprechen einzulösen: Sie zonte einen Teil des Gebietes Mattacher ein.

Weil Brunegg jedoch 0,72 Hektaren neues Bauland einzonen wollte, musste als Kompensation eine Auszonung erfolgen. Dies sollte unter anderem im Gebiet Unterbändli/Lyri geschehen. Ein Teil dieses Gebietes ist heute der Arbeitszone zugeteilt und sollte, so der Plan, zu einer Übergangszone werden. Das bedeutet, dass das Gebiet bis zur nächsten BNO-Revision weder überbaut noch anderweitig genutzt werden kann. Dies, weil der Gemeinderat für die Entwicklung des Gebietes zwei Optionen vorsieht. Wenn die Flächenkapazität der Gemeinde in der nächsten Planungsrevision in rund 15 Jahren neu bewertet wird, ist es möglich, dass auch der Rest des «Mattacher» eingezont wird. Dann würde das Gebiet Unterbändli/Lyri als Kompensation ausgezont. Die Bau- und Nutzungsordnung lag im September 2020 für einen Monat zur Mitwirkung auf.

Übergangszone ist nicht mehr gesetzeskonform

Im Oktober 2020 kam dann jedoch der Schock für Brunegg. Im kantonalen Bericht wurde unter anderem festgehalten, dass die Umzonung von einer Arbeitszone in eine Übergangszone nicht zweckmässig sei, da die Arbeitszone als regional bedeutsam definiert wurde. Zudem sei eine Umlagerung von einer ursprünglichen Arbeitszone in eine Wohnzone nicht möglich, da diese Zonen nicht wesensgleich seien. Ausserdem hat eine Gesetzesänderung im Dezember 2020 dazu geführt, dass das Instrument der «Übergangszone» nicht mehr gesetzeskonform sei.

«Der Kanton hat uns zudem darauf hingewiesen, dass die Zuweisung zu einer Übergangszone einer Auszonung gleichkommt», sagte Imholz Strinati. Dies würde für Brunegg zu einer Entschädigungspflicht führen. «Es ist eine schwierige Situation, wenn man das getätigte Versprechen nicht einhalten kann», so die Gemeindepräsidentin. Das Ärgern und Bedauern sei gross, aber es bleibe nichts anderes übrig, als dies für die nächsten 15 Jahre zu akzeptieren. Ein Bauzonenabtausch sei derzeit nicht möglich, «und wäre es irgendwie möglich gewesen, könnten wir es schlicht weg nicht finanzieren».

23 Eingaben bei der Mitwirkung

Nebst der Änderung betreffend der beiden Bauzonen wurden an der Orientierungsversammlung auch die Anpassungen präsentiert, die nicht durch Bemerkungen des Kantons zu Stande kamen, sondern durch die Einwohnerinnen und Einwohner von Brunegg. Total gab es 23 Eingaben, wie Susanne Hagedorn vom Planungsbüro Marti Partner Architekten und Planer AG mitteilte. Dabei habe es sich unter anderem um Anträge bezüglich der Arbeitszone Dorf, Anträge zur Anpassung der Bauzonengrenze und zur Spezialzone gehandelt.

Brunegg hatte per Ende letzten Jahres 876 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Wunsch nach einem moderaten und langsamen Wachstum wurde bereits im Vorfeld häufig von Einwohnern der Gemeinde geäussert. Dieser Wunsch wurde beim Erstellen der neuen Bau- und Nutzungsordnung auch berücksichtigt. Dies soll trotz den Änderungen so bleiben. Die Gemeinde kann bis 2040 auf bis zu 1050 Einwohner wachsen, teilte Hagedorn mit.

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