Vordemwald
Kleine Investition mit grosser Wirkung: Warum Pro Natura Aargau eine Panzersperre gekauft hat

Was früher der Landesverteidigung geholfen hat, dient heute Tieren als Lebensraum. Ein Naturschutzverein freut sich über eine alte Panzersperre der Armee.

Alessandro Crippa
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So sieht die Panzersperre mit den Einsteckelementen aus.

So sieht die Panzersperre mit den Einsteckelementen aus.

zvg/Matthias Betsche

Matthias Betsche muss lachen, als er gefragt wird, ob er ein Freund der Schweizer Armee sei. Das Militär und Pro Natura Aargau konnten nämlich in Vordemwald ein sinnvolles Geschäft für beide Parteien abwickeln. Und das freut den Geschäftsführer des Naturschutzvereins selbstredend.

Ein «Verkehrsnetz»

Dank dicken Einsteckelementen aus Beton, die sich schon seit vielen Jahren in dieser Gegend befinden, hat sich für Tiere Lebensraum gebildet. In einer Art Verbindungsstrasse zwischen dem oberen und unteren Wald in Vordemwald haben viele verschiedene Kleinsäuger, Insekten, Amphibien und auch diverse Vogelarten einen geschützten Lebensraum gefunden.

Hier in Vordemwald ist dank der Panzersperre Lebensraum für viele Tierarten entstanden.

Hier in Vordemwald ist dank der Panzersperre Lebensraum für viele Tierarten entstanden.

zvg/Matthias Betsche

Die Einsteckelemente wurden früher zur Landesverteidigung eingesetzt und verhinderten so eine unbeschwerte Verbindung zwischen zwei Gebieten. Die schmalen Hecken stehen heute meist quer in der Landschaft – und genau das hilft den Tieren. Matthias Betsche bezeichnet die Hecken als «Verkehrsnetz» und als «ökologisch wichtige Elemente». Er freut sich, dass dort nun Vögel brüten oder auch Kleinsäugetiere ein Zuhause haben.

Welche Ideen der Geschäftsführer schon hat

Matthias Betsche.

Matthias Betsche.

Britta Gut

Dass Pro Natura Aargau der Armee die Panzersperre abgekauft hat, ist in zweierlei Hinsicht optimal: Einerseits hatte das Militär keine Verwendung mehr dafür und andererseits kann der Naturschutzverein das Gebiet nun weiter aufwerten. Betsche sagt, er habe sich vor Ort bereits umgesehen, was ihn auf Ideen gebracht hat. Unter anderem möchte er mit Asthaufen weiteren Tieren ein Leben im Gebiet ermöglichen. Er hat aber auch gesehen, dass man kleinere Bäche und vernässte Stellen miteinander vernetzen könnte, was den Amphibien entgegen käme. Betsche sagt:

«Wir wollen aus dem Gebiet das Maximum herausholen.»

Und was hat der Kauf eigentlich gekostet? Hat die Armee dank Pro Natura nun Einnahmen in Millionenhöhe gemacht? Matthias Betsche winkt ab. Er sagt, dass sein Verein weniger als 2000 Franken habe bezahlen müssen. Nicht zuletzt deshalb sagt er, dass diese Panzersperren nur eine kleine ökologische Infrastruktur seien, aber eine umso grössere Wirkung erzielen. Und das eigentlich nur dank der Schweizer Armee.

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