Vierfachmord Rupperswil

Vom Hundefreund zum Vierfachmörder: Wie Thomas N. alle täuschen konnte

Der Vierfachmörder von Rupperswil führte fast 5 Monate lang alle hinters Licht und liess sich trotz der Brutalität seiner Tat nichts anmerken, obwohl er ganz in der Nähe seiner Opfer lebte.

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Das Facebook-Profilbild von Thomas N.

Das Facebook-Profilbild von Thomas N.

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Thomas N. wohnte nur weniger hundert Meter von seinen Opfern entfernt. Nach seiner grausamen Bluttat lebte er sein Leben im beschaulichen Rupperswil weiter, als wäre nichts gewesen.

«Er weiss offensichtlich, wie er sich im Alltag zu bewegen hat, um nicht aufzufallen», stellt Bernd Borchard fest. Dies zeuge von einem intakten Bewusstsein für sein eigenes Verhalten, so der Forensiker gegenüber Tele M1.

Nur der Hund überlebte

N. ist im Ort als Hundefreund bekannt, hält selber zwei Huskys und teilt auf Facebook Fotos fleissig von den Tieren. Ist es also kein Zufall, dass nur der Hund von Familie Schauer den 21. Dezember 2015 übelebt hat? Als die Nachbarin an jenem Tag Terrier «Chili» abholt, befindet sich N. bereits im Haus.

Der Forensiker ist überrascht, dass N. in diesem Konfliktszenario noch in der Lage war, flexibel zu reagieren und den Hund rauszulassen. Ob der Mörder den Hund bewusst verschonte, ist nicht klar. Borchard hat dafür noch eine anderer Hypothese: «Vielleicht wollte er keinen Störfaktor. Da musste der Hund weg.»

Wieso merkte die Mutter nichts?

Thomas N. lebte in Rupperswil gemeinsam mit seiner Mutter in einem Einfamilienhaus. Psychologe Thomas Spielmann ist davon übezeugt, dass diese rückblickend Auffälligkeiten feststellen wird. «Aber sie ist seine Mutter. Sie hat eine ganz andere Beziehung zu ihm und nimmt ihn auch in Schutz», hält Spielmann fest. Der Psychologe geht davon aus, dass N. auch sie die längste Zeit belogen und getäuscht hat. (cze)