Väter und Mütter erhalten die ganze Woche Rat

Der Verein verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter berät Eltern in Scheidung. Nun erhält der Verein einen neuen Namen – und eine neue Hotline.

Von Manuel Bühlmann
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Die 20 freiwilligen Beraterinnen und Berater versuchen, je länger, je mehr präventiv zu wirken – langwierige Scheidungskonflikte sollen verhindert werden. (Symbolbild)

Die 20 freiwilligen Beraterinnen und Berater versuchen, je länger, je mehr präventiv zu wirken – langwierige Scheidungskonflikte sollen verhindert werden. (Symbolbild)

Keystone

Ein grosses Ziel ist erreicht: Seit rund einem Jahr gilt in der Schweiz das gemeinsame Sorgerecht. Ein Erfolg für den Verein verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter (VeV) – doch noch lange kein Grund, um die Bemühungen einzustellen. Die Arbeit sei nicht zu Ende, sagt Präsident Oliver Hunziker. «Im Gegenteil, sie hat gerade erst begonnen.»

Das nächste Ziel hat er bereits im Visier: die alternierende Obhut. «Auch nach einer Trennung sollen die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder gemeinsam wahrnehmen.» Diese Ausrichtung ist mit ein Grund, warum sich der 1992 gegründete Verein mit Sitz in Brugg an der Generalversammlung einstimmig einen neuen Namen gegeben hat: Verein für elterliche Verantwortung. Die Abkürzung – VeV –, die in den über 20 Jahren zu einer Marke geworden ist, bleibt.

Die Umbenennung soll noch deutlicher machen, dass man sich nicht als Väter-, sondern als Eltern-Verein versteht. Oliver Hunziker: «Die neue Bezeichnung fokussiert die Anliegen des VeV nochmals deutlicher, sie ist eingängig und stellt klar, worum es der Organisation geht.»

Über die Jahre hat sich der Fokus des Vereins verändert. Die 20 freiwilligen Beraterinnen und Berater versuchen, je länger, je mehr präventiv zu wirken – langwierige Scheidungskonflikte sollen verhindert werden.

Die Fachleute am Telefon

Damit Betroffene möglichst schnell Unterstützung erhalten, wird zudem eine neue Telefonhotline eingeführt. Unter der Nummer 056 552 02 05 geben Fachleute sieben Tage die Woche Auskunft. Daneben bietet der VeV auch in Zukunft regionale Beratungstreffs und weiterführende Trennungsberatungen an. Dazu kommen die Facebook-Nutzer, die online Rat holen und erteilen. «Inzwischen hat sich viel von den Treffs auf die Social-Media-Kanäle verlagert», sagt Hunziker.

Online sind noch mehr Väter und Mütter als die rund 250 Vereinsmitglieder aktiv. Wobei die Mitgliederzahl relativ konstant bleibt: In der Regel treten sie nach zwei, drei Jahren wieder aus – sobald sie für ihre persönliche Krise eine Lösung gefunden haben. (Mbü)