Gesundheitswesen

Telefonate sind keine Lösung: mehr physiotherapeutische Behandlungen notwendig

Die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus schaden nicht nur Physiotherapeuten, sondern auch Patienten. Der Verband Physioaargau fordert, dass Physiotherapeutinnen als Berufsfachkräfte im Gesundheitswesen wahrgenommen werden.

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Selbständige Physiotherapeuten dürfen derzeit nur eingeschränkt arbeiten. (Symbolbild)

Selbständige Physiotherapeuten dürfen derzeit nur eingeschränkt arbeiten. (Symbolbild)

KEYSTONE

Neben den Spitälern müssen auch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten auf nicht dringend angezeigte Therapien verzichten. So sollen Risikopersonen geschützt und die Verbreitung des Corona-Virus vermindert werden. Die bundesrätliche Massnahme habe vor allem selbstständige Physiotherapeuten, die mehrheitlich als Einzelfirmen angemeldet seien, in eine wirtschaftliche Notlage geführt, schreibt der Vorstand von Physioaargau in einer Mitteilung. Der Verband fordert, dass Physiotherapeutinnen «endlich als engagierte und mitdenkende Berufsfachkräfte im Gesundheitswesen wahrgenommen und honoriert werden». Die aktuell «zögerliche Haltung» des Bundesrates entspreche nicht dem Versprechen, niemanden hängen zu lassen.

Gleichzeitig betrifft die bundesrätliche Massnahme auch viele Patientinnen und Patienten. Deshalb stünden Physiotherapeuten auch in der Corona-Krise in telefonischem Kontakt mit ihren Patienten, um mögliche Verschlechterungen der Situationen zu verhindern, schreibt Physioaargau. Längerfristig zeigten die Telefonate auf, dass immer mehr Behandlungen notwendig werden, um zum Beispiel Schmerzzustände zu stabilisieren. «Die Situation verschärft sich auch im Bezug auf Neuanmeldungen», heisst es in der Mitteilung weiter. Denn nicht dringende Operationen, welche die Spitäler im Moment nicht durchführen dürfen, können mit Physiotherapie herausgezögert werden. (az)