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So viele Ausländer leben in Ihrer Aargauer Gemeinde – hat das Einfluss auf die Begrenzungsinitiative?

Beeinflusst der Anteil Ausländer in den Gemeinden das Abstimmungsverhalten bei der Begrenzungsinitiative? Ein Vergleich mit den Resultaten der Masseneinwanderungsinitiative und dem damaligen Ausländeranteil deutet auf ein Nein hin.

Raphael Karpf, Sandra Meier
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Wo der Ausländeranteil am höchsten und wo er am tiefsten ist.

Wo der Ausländeranteil am höchsten und wo er am tiefsten ist.

Bildquellen: bz/sam, Montage: sam

Ende Monat werden wir über die Begrenzungsinitiative der SVP abstimmen. Die Initiative will die Personenfreizügigkeit kündigen, die Schweiz soll über ihre Zuwanderung alleine bestimmen können. Denn immer mehr Ausländer würden die Schweiz überschwemmen. Den Schweizerinnen würde der Platz in den Zügen, die Wohnungen und die Jobs weggenommen, so die Argumentation der SVP.

Der Ausländeranteil ist in den Bezirken und Gemeinden sehr unterschiedlich. Die Gemeinde mit dem prozentual höchsten Anteil ist Spreitenbach mit 50,3 Prozent, wie aus der aktuellen Bevölkerungsstatistik hervorgeht. Es folgen Neuenhof, Birr und Aarburg.

So hoch oder tief ist der Ausländeranteil in Ihrer Gemeinde:

Mit 5,1 Prozent den tiefsten Ausländeranteil weist Hellikon auf, gefolgt von Mandach, Schlossrued und Vordemwald.

Man könnte nun meinen: Umso höher der Ausländeranteil in einer Gemeinde, desto stärker die Zustimmung zum Anliegen der SVP. Sind die Menschen in diesen Orten doch stärker mit den allfälligen Problemen, die die SVP nennt, konfrontiert.

Doch diese These scheint nicht zu stimmen. Zumindest dann nicht, wenn man sich die Abstimmungsergebnisse der Masseneinwanderungsinitiative vor Augen führt, über die wir vor sechs Jahren abgestimmt haben.

Damals stimmten alle zehn Gemeinden mit dem niedrigsten Ausländeranteil für die Initiative. Mit Ausnahme von Turgi nahmen auch die Top Ten Gemeinden mit dem höchsten Ausländeranteil die Initiative an.

Diejenigen Gemeinden mit verschwindend kleinem Ausländeranteil sagten im Schnitt sogar deutlicher Ja zur Masseneinwanderungsinitiative als jene mit dem höheren Anteil. Der Graben verlief damals zwischen Stadt und Land: Gemeinden wie Aarau, Baden, Wettingen oder Lenzburg sagten 2014 nein, die allermeisten der kleineren Gemeinden sagten ja.

Rund ein Viertel Ausländer im Aargau

689078 Menschen wohnen aktuell im Aargau, 514678 Schweizer, 174400 Ausländerinnen. Der Ausländeranteil kantonsweit beträgt 25,3 Prozent. Es leben 3654 Menschen mehr im Aargau als noch vor einem halben Jahr, 2255 davon Schweizerinnen, 1399 Ausländer. Beim Wachstum beträgt der Ausländeranteil 38,3 Prozent. Die Bevölkerung ist insgesamt ähnlich stark gewachsen wie im vergangenen ersten Halbjahr. Das geht aus der kantonalen Bevölkerungsstatistik hervor, die der Kanton gestern veröffentlicht hat.

Allerdings ist das Bevölkerungswachstum nicht überall gleich gross: In den Bezirken Rheinfelden und Zurzach leben seit vergangenem Winter sogar minim weniger Menschen. Prozentual am stärksten gewachsen ist die Bevölkerung in den Bezirken Muri und Bremgarten, die Zunahme beträgt dort 0,85 Prozent. Kantonsweit beträgt das Wachstum 0,53 Prozent.

In 67 Gemeinden hat die Bevölkerung abgenommen, prozentual gesehen am stärksten in Geltwil, um fast vier Prozent hat die Bevölkerung dort abgenommen. In absoluten Zahlen hat die Gemeinde allerdings «nur» acht Einwohner weniger als vor einem halben Jahr. Prozentual gesehen am stärksten gewachsen ist Remigen, mit 7,6 Prozent oder 101 mehr Einwohnern.