Brugg

Rollende Umweltbotschafter an der «grössten E-Mobil Rallye der Welt»

30 Elektromobile fahren von Brugg aus durch die ganze Schweiz und weibeln für die Elektromobilität. Die Wave Trophy fand 2011 ein erstes Mal statt und wurde seither jedes Jahr mindestens einmal irgendwo in Europa durchgeführt.

Raphael Karpf
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Wave Trophy
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Es handelt sich dabei um Elektro-Fahrzeuge.
Die Idee für das Projekt hatte der Luzerner Louis Palmer, der 2007 und 2008 als erster Mensch mit einem solarbetriebenen Auto die Welt umrundete.
Beim Auftakt dabei: Ursi Sydler Projektleiterin Brugg Regio Standortförderung, Richard Plüss Präsident Brugg Regio, und Thilo Capodanno Leiter Standortfördeung (v.l.n.r.)
Ursprünglich hätte die Rallye Anfang Sommer stattfinden sollen.
Wegen des Virus machen auch weniger Teilnehmer mit als sonst.
Doch die «grösste E-Mobil Rallye der Welt» lockt trotz Corona Teilnehmer an. Es folgen weitere Bilder.

Wave Trophy

Severin Bigler

Es wird eng auf dem Platz hinter dem Campus der Fachhochschule in Brugg. Felge an Felge stehen sie schon da, säuberlich aufgereiht: Lieferwagen, VW-Busse, ganz normale Personenwagen. Wobei «ganz normale» so nicht ganz stimmt. Zumindest noch nicht. Die knapp 30 Fahrzeuge sind Elektro-Fahrzeuge, die zum Startschuss der «Wave Trophy», der nach eigenen Angaben «grössten E-Mobil Rallye der Welt», nach Brugg gekommen sind.

Die Teilnehmer, allesamt überzeugte E-Mobil-Lenker, hauptsächlich aus der Schweiz, aber auch aus dem nahen Ausland sind einige angereist, werden in der kommenden Woche quer durch die Schweiz fahren. 1600 Kilometer werden sie zurücklegen. Durch Städte, entlang von Seen und über mehrere Pässe. Die erste Etappe, die die Fahrer am Freitagmorgen in Angriff genommen haben, führt sie von Brugg nach St. Gallen. Bei Zwischenstopps in verschiedenen Gemeinden werden sie sich mit Behörden treffen, Unternehmen und Schulen besuchen. Das Ziel: Die Menschen sollen für die Elektromobilität sensibilisiert werden.

Nach einer Weltumrundung ins Leben gerufen

Die Wave Trophy fand 2011 ein erstes Mal statt und wurde seither jedes Jahr mindestens einmal irgendwo in Europa durchgeführt. Die Idee für das Projekt hatte der Luzerner Louis Palmer, der 2007 und 2008 als erster Mensch mit einem solarbetriebenen Auto die Welt umrundete. «Danach haben mich zahlreiche Menschen gefragt, wann ich wieder einmal so etwas machen würde», erzählt Palmer. «Sie sagten, sie würden auch gerne mitfahren. Nicht gerade um die Welt, aber vielleicht in Europa.» So entstand das Projekt.

Wegen dem Coronavirus musste es heuer zwar verschoben werden – ursprünglich hätte die Rallye Anfang Sommer stattfinden sollen. Und wegen des Virus machen auch weniger Teilnehmer mit als sonst – in der Vergangenheit sind jeweils auch Menschen aus Frankreich oder Holland angereist. Heuer kaum. Doch die Rallye findet trotz Virus statt.

Der Tour Direktor hat eine Mission

Mit dabei ist auch das Hightech Zentrum Aargau. Beat Christen und Peter Morf werden für das Zentrum mit einem Tesla S mitfahren. «Wir wollen die Aargauer ‹Mission Innovation› in die Schweiz hinaustragen und auch das Hightech Zentrum etwas bekannter machen», sagt Eventmanager Beat Christen. Daneben macht er aber auch aus privaten Gründen mit. Der Tesla gehört ihm, er ist selbst überzeugte E-Auto-Lenker. Elektro-Autos werden sich durchsetzen, zumindest bei Personenwagen und Kleintransportern, ist er überzeugt: «Ich habe seit fünf Jahren ein absolut alltagtaugliches Auto. Ich werde nie mehr etwas anderes als ein Elektro-Auto kaufen. Vielleicht keinen Tesla mehr, aber mittlerweile gibt es ja genug andere.»

Von diesem Gedanken ist auch Tour Direktor Louis Palmer überzeugt. Und er hat eine Mission. Er möchte die Menschen überzeugen, dass E-Mobilität eine sinnvolle Lösung für die Zukunft sei. «Heute fahren noch fast alle Menschen mit Benzin. Und sie kaufen auch noch Benziner. Dabei gibt es gar keinen Grund mehr, sich einen Benziner zu kaufen», sagt er. E-Autos seien nicht nur umweltfreundlicher, sondern bereits heute schon alltagstauglich, finanzierbar und hätten genügend Reichweite, dass alle Regionen in der Schweiz damit erreichbar sind. Wie die Tour beweisen soll.