Tierschutz-Aktivisten

Riskante Manöver gegen Viehtransporter auf der Autobahn – die Spur führt in den Aargau

Im letzten Jahr kam es auf der Autobahn A1 zu mehreren riskanten Manövern gegen Viehtransporter. Offenbar steckt ein Tierschutz-Aktivist aus dem Aargau hinter den Angriffen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet.

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Gleich 15 Mal kam es auf der Autobahn A1 im Aargau zu riskanten Fahrmanövern gegen Viehtransporter. (Symbolbild)

Gleich 15 Mal kam es auf der Autobahn A1 im Aargau zu riskanten Fahrmanövern gegen Viehtransporter. (Symbolbild)

Keystone

Zu den riskanten Manövern kam es auf der Autobahn A1, meistens zwischen Baden und Aarau Ost, wie die «NZZ am Sonntag» in ihrer Ausgabe schreibt. Plötzlich tauchte auf der Überholspur ein Auto auf, fuhr knapp vor den Viehtransporter auf die rechte Fahrbahn und bremste abrupt ab. Der Lastwagen musste entweder ebenfalls heftig bremsen oder auf den Pannenstreifen ausweichen - nur so liess sich ein Unfall verhindern.

„Im letzten Jahr kam es zu 15 solchen Vorfällen“, sagt Peter Bosshard vom Schweizerischen Viehhändlerverband. Inzwischen scheinen die Behörden den Täter ermittelt zu haben: „Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau führt gegen einen 61-jährigen Schweizer ein Strafverfahren“, sagt eine Sprecherin.

Einbrüche, Vandalismus, Drohbriefe

„Die mutmassliche Täterschaft ist tierschützerisch aktiv.“ Der Fall steht für eine Entwicklung: Die Aktivisten unter den Schweizer Tierschützern radikalisieren sich. Sie brechen in Ställe ein, beschädigen Fahrzeuge, besprayen Liegenschaften und schreiben Drohbriefe an die Vertreter von Fleischproduzenten und Fleischverbänden.

„Die Aktivitäten von radikalen und militanten Tierschützern haben in letzter Zeit deutlich zugenommen“, sagt Fritz Rothen von IP Suisse, dem Verband der integriert produzierenden Bauern in der Schweiz. So sind Unbekannte im letzten Jahr in mindestens ein halbes Dutzend Schweine- und Geflügelställe von IP-Bauern eingebrochen, um Tiere zu filmen.