Badeunfälle

Im Aargau ertranken dieses Jahr vier Menschen – es gibt eine Parallele

37 Menschen ertranken in diesem Jahr bisher in Schweizer Gewässern, vier davon im Aargau. Ein Grossteil der Ertrinkungsunfälle ereignete sich in Flüssen. Zwischen 2015 und 2018 gab es im Aargau nur eine Person, welche nicht in einem Fluss ertrank.

Patrick Harcuba
Drucken
Teilen
Zwischen 2015 und 2018 geschahen, mit einer Ausnahme, alle Ertrinkungsunfälle im Aargau in Flüssen. (Themenbild)

Zwischen 2015 und 2018 geschahen, mit einer Ausnahme, alle Ertrinkungsunfälle im Aargau in Flüssen. (Themenbild)

Patrick Züst

Unter den 37 Opfern in der Schweiz in diesem Jahr waren 27 Männer, sechs Frauen und vier Kinder, wie die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) in der am Montag veröffentlichten Zwischenbilanz zum Ende der Badesaison 2018 schreibt. Vier der 37 Verunglückten fanden im Aargau den Tod, allesamt verstarben sie in Flüssen.

Auf Rückfrage der AZ erklärt Reto Abächerli, Geschäftsführer der SRLG, in einem Schreiben, dass ein Vergleich der Zahlen mit anderen Jahren aufgrund der tiefen Fallzahlen nur sehr wenig aussagekräftig sei. Er fügt jedoch an: «Als wesentlich erscheint aber, dass, bis auf eine einzelne Ausnahme, alle Ertrinkungsfälle zwischen 2015 und 2018 in Flüssen geschehen sind», so Abächerli. Die Anzahl tödlicher Ertrinkungsunfälle von 2015 bis 2018 schwankte im Aargau pro Jahr zwischen eins und sechs.

Zudem würden die Werte auch nur wenig über das Ertrinkungsrisiko aussagen. Es fehle nämlich der Bezug zur so genannten «Risikoexposition»: Wenn sich mehrere Personen einem bestimmten Risiko aussetzen, steigt automatisch auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis auch eintritt.

29 Prozent aller Schweizer schwammen 2016 in einem Fluss

Über die Nutzung der Aargauer Flussabschnitte als Freizeit- und Badeorte existieren leider nur wenige Daten. Um diese Lücke zu schliessen, hat die SLRG 2016 mittels einer repräsentativen Omnibus-Befragung bei Erwachsenen in der Schweiz nachgefragt, in welchen Gewässern diese planen, im Sommer schwimmen zu gehen. 29 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie vorhaben, in einem Fluss schwimmen zu gehen (gegenüber 68 Prozent, welche vorhatten, in einem Pool schwimmen zu gehen).

Eine weitere Umfrage ist für 2020 vorgesehen. Erst dann könne man allfällige Veränderungen und Entwicklungen ableiten. Allerdings würden selbst diese Informationen kaum Schlüsse über das Baderisiko für einzelne Orte oder Flussabschnitte zulassen, so Abächerli.

Nicht nur im Aargau bergen die Flüsse das grösste Ertrinkungsrisiko: Schweizweit ereigneten sich 33 der 37 Todesfälle in offenen Gewässern. Mit zielgruppengerechter Präventionsarbeit will die SLRF dem entgegenwirken. Beispielsweise, indem sie die Baderegeln bekannter macht, Plakate und Flyer Empfangszentren und Asylkoordinatoren zur Verfügung stellt oder mit dem Programm "Wassersicherheit macht Schule". Mit diesem will sie Kinder und Jugendliche früh für die Wassersicherheit gewinnen und Lehrpersonen bei ihrer Arbeit entlasten.

Die 6 Flussregeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG 1. Schlauchbootfahrer müssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein!
6 Bilder
2. Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf nicht überschritten werden.
3. Boote nicht zusammenbinden - Sie sind nicht mehr manövrierfähig.
4. Unbekannte Flussabschnitte müssen vor der Fahrt zuerst erkundet werden!
5. In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.
6. Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt im Wasser!

Die 6 Flussregeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG 1. Schlauchbootfahrer müssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein!

SLRG SSS