Regierungsrat
Glarner-Vorstoss: Aargauer Kreiselbuch kostet knapp 200'000 Franken

SVP-Grossrat Andreas Glarner witterte im Kreiselbuch ein teures Abschiedsgeschenk für Baudirektor Peter C. Beyeler. Nun beantwortete der Regierungsrat seine Interpellation und stellt klar, dass das Werk vielmehr ein Geschenk an die Gemeinden sei.

Manuel Bühlmann
Drucken
Teilen
140 Kreisel entstanden in der Amtszeit des abgetretenen Baudirektors Beyeler: Darunter auch der im August 2012 in Möriken-Wildegg eingeweihte Kreisel. Silvan Hartmann

140 Kreisel entstanden in der Amtszeit des abgetretenen Baudirektors Beyeler: Darunter auch der im August 2012 in Möriken-Wildegg eingeweihte Kreisel. Silvan Hartmann

Silvan Hartmann

«Nein, dieses Buch erscheint jetzt nicht, weil ich bald pensioniert werde», hatte Peter C. Beyeler an der Buchvernissage im Februar kurz vor Ende seiner Amtszeit betont.

Die Aargauer Regierung teilt diese Meinung. In der Antwort auf einen Vorstoss von SVP-Grossrat Andreas Glarner zum Kreiselbuch schreibt sie: «Das Buch «(K)Reise durch den Aargau» ist kein Abschiedsgeschenk für Regierungsrat Peter C. Beyeler.»

Damit widerspricht der Regierungsrat Glarner. Dieser schrieb in seiner Interpellation, dass im Verwaltungsgebäude Buchenhof das Kreiselbuch ganz offiziell als Abschiedsgeschenk für Beyeler gelte. Darüber hinaus wollte der SVP-Politiker wissen, ob der Regierungsrat Geschenke dieser Art für angemessen halte.

Das Buch erfülle eine wichtige dokumentarische Funktion und sei zudem ein Geschenk an die Gemeinden, die für den Schmuck der Kreisel zuständig seien, antwortet der Regierungsrat.

Statt für jedes grössere Projekt eine eigene Publikation herauszugeben wie dies im Hochbau üblich sei, habe die Leitung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt entschieden, alle Kreisel gemeinsam zu dokumentieren.

Das Budget für das Buchprojekt betrug knapp 200'000 Franken. Den ganzen Betrag bezahlte der Kanton Aargau aus der Strassenkasse, wohin die Einnahmen aus dem Buchverkauf zurück fliessen.

Gemäss Regierungsrat deuten die bereits vorliegenden Abrechnungen darauf hin, dass der Budgetrahmen nicht ausgeschöpft werde. Wie deutlich das Budget letztlich unterschritten wird, gibt der Kanton noch nicht bekannt.

Je ein Stück der 2000 gedruckten Exemplare ging an die Gemeinden mit einem Kreisel.

Die restlichen Bücher sollen verkauft werden. Die Kosten für die Beantwortung des Vorstosses betragen rund 1000 Franken.

Im 160-seitigen Werk sind die meisten Kreisel durch eine Luftaufnahme dokumentiert – fotografiert mit einer kleinen ferngesteuerten Drohne.

Zum Zeitpunkt des Buchdrucks waren es knapp 150 Kreisel, inzwischen ist diese Marke bereits überschritten worden.

Der Bau von 140 Kreiseln fiel in die 13-jährige Amtszeit Peter C. Beyelers, was ihm die Übernamen Kreisel-König und Kreisel-Peter einbrachte.

Aktuelle Nachrichten