Tötungsdelikt

Für die Opfer von Buchs brennen Kerzen – Ermittler finden Abschiedsbrief des Vaters

Noch ist unklar, wie der Familienvater seine drei Kinder und sich selber am Montag in Buchs umbrachte. Um die Todesursache zu klären, hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet. Das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital Aarau untersucht, ob die Opfer mit Medikamenten getötet wurden.

Fabian Hägler
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Zeichen der Trauer vor dem Haus in Buchs. Quelle Britta Gut
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Engel und Kerzen. Quelle: Britta Gut
Menschen drücken ihre Anteilnahme aus. Quelle Britta Gut
Am Montagmorgen wurden in Buchs in einem Einfamilienhaus 4 tote Personen aufgefunden.
Gemäss den ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei um einen Vater und seine drei Kinder.
Die Polizei ist vor Ort und ermittelt.
Die Polizei bei der Bestandesaufnahme.
Die Polizei bei der Bestandesaufnahme.
Veilchenweg - die Idylle ist durch den tragischen Vorfall unterbrochen. Es folgen weitere Bilder...

Zeichen der Trauer vor dem Haus in Buchs. Quelle Britta Gut

AZ

Schon am Montagabend brannten am Veilchenweg in Buchs die ersten Kerzen. Nun stehen vor dem Einfamilienhaus, in dem ein Familienvater seine drei Kinder und danach sich selber umbrachte, Dutzende von Kerzen, Beileidskarten und Fotos, die an die Opfer erinnern. Die Trauer um die Kinder im Alter von drei, elf und 13 Jahren ist riesig, niemand kann die Tat des 37-jährigen Vaters verstehen.

Derweil laufen die Ermittlungen im Tötungsdelikt weiter, wie Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage bestätigt. Dabei geht es primär darum, die Todesursache der Opfer herauszufinden. «Die Staatsanwaltschaft hat am Montag eine Obduktion der Verstorbenen angeordnet, diese finden im Verlaufe des heutigen Tages statt», sagt Strebel.

Todesursache noch unklar: Setzte der Vater Medikamente ein?

Durchgeführt wird die Untersuchung der vier Leichen am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Aarau. Ob der Vater seine Kinder und sich selber mit Medikamenten tötete, ist laut Strebel derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Der Verdacht liegt nahe, weil der 37-Jährige als Operationsleiter in einem Gesundheitszentrum in der Region Baden sicher Zugriff auf Medikamente hatte. Wann die Resultate der Obduktion vorliegen werden, lässt sich laut Fiona Strebel noch nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, dass keine Drittperson am Buchser Tötungsdelikt beteiligt war. «Gestützt auf die bisherigen Ermittlungen ist der Familienvater der Tatverdächtige», sagt Strebel. Sollte sich dies im Verlauf der Abklärungen definitiv bestätigen, dürfte das Verfahren letztlich eingestellt werden.

Abschiedsbrief gefunden - Inhalt noch unbekannt

Gemäss einem Beitrag des Regionalsenders Tele M1 hat der Vater seine Tat offenbar geplant. Ermittler haben demnach einen Abschiedsbrief des 37-jährigen Mannes gefunden. Fiona Strebel bestätigte dem Fernsehsender, dass solche Dokumente sichergestellt worden seien. Auf die Frage, wo und unter welchen Umständen dies geschah, und was im Brief steht, gab die Sprecherin der Staatsanwaltschaft keine Auskunft.

In einer schriftlichen Stellungnahme äussert sich auch die Arbeitgeberin des Vaters, die Chirurgie Baregg, zum tragischen Fall. "Wir sind tief betroffen über die Nachricht des Todes unseres Mitarbeiters und seiner Kinder und drücken den Angehörigen unser tiefstes Beileid aus", heisst es darin. Aus Rücksicht zu den Mitarbeitenden sei die Chirurgie Baregg am Montag geschlossen geblieben

"Wir setzen aber auf ausdrücklichen Wunsch aller Mitarbeitenden den Chirurgiebetrieb ab Dienstag wieder fort." Für eine professionelle psychologische Unterstützung aller Mitarbeitenden sei gesorgt. Aufgrund der Schweigepflicht zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der am Verfahren beteiligten Personen und der laufenden Untersuchung könne man zu diesem Fall im Moment keine weiteren Auskünfte erteilen, heisst es in der Mitteilung.