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Extreme Trockenheit im Aargau – schlimmer als im Hitzesommer 2003

Wo bleibt der Regen? Im Mittelland herrscht aktuell eine Trockenperiode, die sogar länger andauert, als jene im Hitzesommer 2003. Darunter leiden Landwirte und Tiere. Immerhin: Für die Fische hat sich die Situation etwas entspannt.

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Besonders hart getroffen von der Trockenperiode würden die Milchbauern, sagt Alois Huber, Präsident des Aargauischen Bauernverbands.

Besonders hart getroffen von der Trockenperiode würden die Milchbauern, sagt Alois Huber, Präsident des Aargauischen Bauernverbands.

Keystone

Vier Monate ist es her, seit für verschiedene Aargauer Gewässer ein Wasserentnahme-Verbot verhängt wurde. Und das Verbot steht noch immer. Denn noch immer herrscht im Mittelland eine Trockenperiode. Sie dauert damit sogar länger an als jene im Hitzesommer 2003.

«Es ist aussergewöhnlich, dass die Abflussmengen in den Bächen bis in den Spätherbst hinein so tief sind. Wir hätten eigentlich erwartet, dass es im September oder Oktober richtig regnet und sich die Situation erholt», sagt Peter Berner, Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kanton, gegenüber «Radio Argovia». Wenn es im Winter nicht viel Niederschlag gäbe, bestehe gar die Gefahr, dass schon bald im Frühjahr wieder ein Verbot verhängt werden müsse, so Berner.

Grosse Ausfälle für Bauern

Besonders schlimm ist das Entnahme-Verbot für die Bauern. Laut Alois Huber, Präsident des Aargauischen Bauernverbands war es für die Bauern kein einfacher Sommer. Wie gross die finanziellen Einbussen sind, lasse sich aber noch nicht abschätzen.

«Es sind massive Ausfälle bis zu 30 Prozent», schätzt Huber. Besonders hart getroffen würden die Milchbauern, die nicht nur Ertragsausfälle hätten, sondern auch noch zusätzliches Futter einkaufen müssen. Zudem würden sie unter dem tiefen Milchpreis leiden.

Entspannung bei Fischen

Bessere Nachrichten gibt es aus den Bächen. Im Sommer noch mussten viele Fische aus den Gewässern gerettet werden. David Bittner, Bereichsleiter Fischerei beim Kanton, sagt zu «Radio Argovia»: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.» Die kühleren Temperaturen hätten für eine Entschärfung der Situation gesorgt. Aber auch Bittner sagt: «Es würde uns absolut freuen, wenn es endlich einmal etwas mehr Wasser gäbe.»

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