Corona-Bekämpfung

Elf Covid-Patienten auf Intensivstationen: Das Wochenende in den Kantonsspitälern Aarau und Baden

Die Zahl der Corona-Patienten an den beiden Aargauer Kantonsspitälern ist übers Wochenende insgesamt stabil geblieben. Auf den Intensivstationen ist die Tendenz steigend. Und für nächste Woche bereiten sich die Spitäler auf eine Kapazitätsvergrösserung vor.

Rolf Cavalli
Drucken
Teilen
Kommen immer häufiger zum Einsatz: Beatmungsgeräte für Covid-Patienten.

Kommen immer häufiger zum Einsatz: Beatmungsgeräte für Covid-Patienten.

Colin Frei

An beiden Kantonsspitälern war die Zahl der Corona-Patienten übers Wochenende stabil im Vergleich zu den Vortagen, wie eine Anfrage der AZ zeigt. Im Kantonsspital Aarau (KSA) sind zwischen 25 und 30 Covid-Patienten auf der Normalstation, vier Covid-Erkrankte werden auf der Intensivstation betreut. Im Kantonsspital Baden (KSB) pendelt sich die Zahl der Corona-Patienten auf rund 40 ein; davon werden sieben auf der Intensivstation künstlich beatmet, vor Wochenfrist waren es erst deren drei. Wie letzte Woche vom Kanton angekündigt, werden zunehmend Corona-Patienten auch auf andere Spitäler verteilt. So betreut das Spital Zofingen mittlerweile ebenso Covid-Patienten wie das Spital Muri.

So stabil die Lage zurzeit ist, so intensiv bereiten sich die Spitäler auf eine Mehrbelastung vor. Am KSA ist der Wechsel in die nächste Stufe in Vorbereitung. Konkret heisst das gemäss KSA-Kommunikationschefin Isabelle Wenzinger, dass weitere Betten für Covid-Patienten bereit gestellt werden. Auch für alle anderen Patienten ist aber weiterhin gesorgt. Das KSA rechnet damit, dass die Patientenzahlen im Spital weiter steigen, da die Corona-Massnahmen erst mit Verzögerung von etwa zwei Wochen wirken.

«Die Positivitätsrate ist immer noch zu hoch», sagt Wenzinger. Weil das Contact-Tracing-Center überlastet ist, informiert unter anderem auch das KSA die positiv Getesteten. Das KSA bereitet sich in den nächsten Tagen auch auf Corona-Schnelltests vor. Wann diese zum Einsatz kommen, ist noch offen.

Auch die anderen Patienten nicht vernachlässigen

Auch das KSB rüstet sich weiter für einen Anstieg an Patienten. «Wir sind ein Spital, das grundsätzlich eine sehr hohe Auslastung hat», sagt Kommunikationschef Omar Gisler. «Diese Routine hilft uns in der jetzigen Situation.» Zwei neue Faktoren kämen aber dazu, die belastend seien für das Spitalpersonal: die Ungewissheit, wie sich die Pandemie entwickle sowie die persönlichen Schutzmassnahmen, die man jederzeit anwenden müsse, auch in den Pausen.

Noch etwas ist neu für die Spitäler. In der ersten Welle im Frühjahr wurden andere Operationen aufgrund der Vorgabe des Bundes gestoppt. Das soll diesmal möglichst lange verhindert werden. «Wir müssen auch an alle anderen Patienten denken, die eine Behandlung brauchen», sagt Gisler. «Wenn man diese aussetzt, sind die Langzeitschäden enorm.»