Grosser Rat
Dienstältester Politiker verabschiedet – er war seit 1975 im Parlament

Zeit des Abschieds: 34 Parlamentarier sassen am Dienstag zum letzten Mal im Grossratssaal. Sie verabschiedeten ihrerseits Peter C. Beyeler mit einer Standing Ovation und nahmen Nachfolger Stephan Attiger in Pflicht.

Urs Moser
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Letzte Parlamentssitzung in alter Formation: Grossräte und Baudirektor Beyeler verabschiedet
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Die abtretende Grossratspräsidentin Kathrin Scholl verabschiedet ihrerseits abtretende Grossräte.
34 Grossräte treten von der kantonalen Politbühne ab.
Abtretende Grossratspräsidentin Kathrin Scholl und der neue Regierungsrat Stephan Attiger.
Auch für die musikalische Unterhaltung war an der letzten Legislatursitzung gesorgt.
Der neu gewählte Stephan Attiger wird in die Pflicht genommen.
Der nicht mehr zur Wahl angetretene Peter C. Beyeler wird mit einer Standing Ovation vom Parlament verabschiedet.

Letzte Parlamentssitzung in alter Formation: Grossräte und Baudirektor Beyeler verabschiedet

Die letzte Sitzung des Amtsjahrs, die letzte der Legislatur. Grossratspräsidentin Kathrin Scholl (SP, Lenzburg) hatte an ihrem letzten Tag im Amt noch einmal alle Hände voll zu tun. Nicht weniger als 34 Kolleginnen und Kollegen waren letzten Herbst nicht mehr zu den Wahlen angetreten oder nicht wiedergewählt worden. Scholl verabschiedete sie alle mit einer individuellen Kürzest-Würdigung.

Ganz am Schluss und doch allen voran: Dragan Najman. Der Schweizer Demokrat aus Baden gehörte dem Grossen Rat – wenn auch mit Unterbrüchen – seit 1975 an. Die Stimmbürger gönnten es ihm nicht, das 40-Jahr-Jubiläum im Amt zu feiern. «Jetzt ist Deine Zeit wirklich abgelaufen», scherzte Scholl in Anspielung auf eine etwas zweideutige Bemerkung, mit der sie Najman letzte Woche auf die Redezeitbeschränkung aufmerksam gemacht hatte.

Beyeler: Will nicht über Niederlagen grübeln

Es war auch der letzte Auftritt von Regierungsrat Peter C. Beyeler vor dem Parlament. Am Dienstag nach Ostern übergibt er den Schlüssel zum Baudepartement seinem Nachfolger Stephan Attiger, den der Grosse Rat gestern in Pflicht nahm. Einen solchen Applaus hätte er sich für manche Gesetzesvorlage gewünscht, meinte Beyeler trocken nach der Standing Ovation, mit der ihn das Parlament feierte.

Er sei zufrieden mit der Bilanz über seine fast 13 Amtsjahre, so der abtretende Regierungsrat. Über Niederlagen mochte er nicht grübeln. Eine wirkliche Niederlage erlebe ein Regierungsrat erst dann, wenn er sich aus Angst, keine Mehrheit zu finden, nicht mehr getraue, eine schwierige Vorlage ins Parlament zu bringen.

Grossratspräsidentin Kathrin Scholl würdigte Beyeler als Politiker mit strategischem Denken und weitsichtigen Entwicklungsmöglichkeiten vor dem Auge. Er habe in seinem Amt von Anfang an gestaltend und prägend gewirkt. In Ihrer eigenen Schlussansprache stellte Scholl den Respekt vor dem Menschen ins Zentrum.

Es sei ihr in ihrem Amtsjahr ein Anliegen gewesen, in den Ratskollegen den Menschen zu sehen. Und so sei es für jeden Politiker wichtig, den Respekt vor dem Menschen zu wahren. Denn nur wer Respekt als wichtiges Gut lebt, könne Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft übernehmen.

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