Todesfall
Die Aargauer Nonne und Pflege-Pionierin Liliane Juchli ist nach einer Corona-Infektion gestorben

Liliane Juchli, eine der ganz grossen Pionierinnen der deutschsprachigen professionellen Pflege ist am Montag friedlich eingeschlafen. Sie erlag dem Virus im Alter von 87 Jahren.

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Schwester Liliane Juchli prägte eine ganze Generation von Pflegefachpersonen.

Schwester Liliane Juchli prägte eine ganze Generation von Pflegefachpersonen.

Michael Spindler aus Marianne Pletschers Film " Leiden schafft Pflege"

Dies schreibt der Schweizerische Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK in einer Mitteilung. Mit ihr verliere die Schweizer Pflegewelt ein Vorbild, eine Wegbereiterin und einen Leuchtturm, so SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi.

Gemäss SBK hat sich Liliane Juchli, bereits durch eine hartnäckige Infektion geschwächt, mit Covid-19 angesteckt. Den Kampf gegen dieses Virus habe sie nun nicht mehr gewinnen können.

Liliane Juchli ist in Nussbaumen aufgewachsen, ging ins Kloster als Ingenbohler Schwester. Nach ihrer Krankenpflegeausbildung am Theodosianum Zürich war sie eine gefragte Pflegerin und wurde bald wieder ans «Theo» gerufen, um zu unterrichten.

Pflege als Ausdruck der Beziehung zwischen Menschen

Als Autorin des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs für die professionelle Pflege hat sie Generationen von Pflegefachpersonen geprägt. Das Lehrbuch, auch «die Juchli» genannt, erschien 1971 erstmals und ist nach wie vor ein Standardwerk.

Sie sei eine überzeugte Kämpferin für eine fachkundige, ganzheitliche, konsequent am Menschen orientierte, menschenwürdige Pflege, auch in der Politik. Pflege war für Liliane Juchli immer auch die Beziehung zwischen Menschen, was in ihrem Leitspruch «Ich pflege als die, die ich bin» zum Ausdruck kommt. Für Liliane Juchli sei immer klar gewesen, dass die Pflegenden, um sich für die kranken Menschen einsetzen können, auch sich selber Sorge tragen müssen: «Ein Leuchtturm, dessen Flamme erloschen ist, kann keine Orientierung geben», sagte sie in ihrer Osterbotschaft noch im Frühling 2020.

721 neue Covid-Fälle im Aargau übers Wochenende

Im Aargau starben über das Wochenende insgesamt neun weitere Personen an Corona. Vier Todesfälle wurden nachgemeldet. Insgesamt sind im Aargau bisher 191 Menschen an den Folgen von Corona gestorben. Das Durchschnittsalter der Todesopfer im Aargau liegt zurzeit bei 83 Jahren (alle Fälle seit 1. Oktober).

Am Freitag, Samstag und Sonntag wurden zusammengerechnet 721 laborbestätigte Neuinfektionen betreffend Covid gemeldet. Vor Wochenfrist waren es 833 Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der gemeldeten Covid-Erkrankten im Aargau auf 17'006.

164 Covid-Erkrankte liegen zurzeit in einem Aargauer Spital, 30 davon auf Intensivstationen. 2860 Infizierte befinden sich in Isolation. (az)

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