Wahlauftakt
«Das C steht für Mass und Mitte, sowohl politisch als auch bürgerlich»

Die CVP zeigt sich vorerst unbeeindruckt von den neuen Entwicklungen an der Wahlfront. Markus Dieth gilt für die Nachfolge von Regierungsrat Roland Brogli als so gut wie gesetzt und startet am Donnerstag zu seiner Tour unter dem Titel «11 Bezirke in 11 Wochen».

Urs Moser
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Mit einer Fassbrause gestärkt in den Wahlkampf: Regierungsratskandidat Markus Dieth, Präsidentin Marianne Binder und Fraktionschef Peter Voser. Alex Spichale

Mit einer Fassbrause gestärkt in den Wahlkampf: Regierungsratskandidat Markus Dieth, Präsidentin Marianne Binder und Fraktionschef Peter Voser. Alex Spichale

ALEX SPICHALE

Niemand hat bisher der CVP ihren Anspruch auf den frei werdenden Sitz von Finanzdirektor Roland Brogli streitig gemacht. Die SVP wünschte sich dafür allerdings eine offizielle Unterstützung ihrer Kampfkandidatin Franziska Roth für den zweiten Regierungssitz. Kommt es zu einer Allianz oder unterstützt die CVP am Ende zur Stärkung der politischen Mitte die Avancen der BDP? Dazu gibt es nach wie vor keinen Kommentar. «Wir werden die Ausgangslage am 15. August in der Parteileitung neu diskutieren», mehr ist Präsidentin Marianne Binder nicht zu entlocken.

Wenige Stunden nach Bekanntgabe der BDP-Kandidatur präsentierte die CVP gestern ihre Wahlkampagne. Regierungsratskandidat Markus Dieth bricht zu einer Tour unter dem Titel «11 Bezirke in 11 Wochen» auf. Zusammen mit den jeweiligen Grossratskandidaten lädt er an einem Standort in jedem Bezirk zu einem Treffen mit der Bevölkerung ein. Start ist am Donnerstag in Rheinfelden. Es gibt Gratis-Risotto, und im Gepäck immer dabei hat Dieth ein Sortiment von Aargauer Bieren (Müller Extra, Feldschlösschen Braufrisch, Lägere Pale Ale, Seis Spez, Gränicher Rabenbrau und Brugger «Patschiifig Bräu»). Und natürlich auch eine alkoholfreie Fassbrause aus der Wettinger Lägere-Brauerei. Die CVP und Dieth stellen den Wahlkampf unter das Motto «Zäme für euse Aargau». Da darf es zwar gemütlich sein, aber an Ernsthaftigkeit will man es natürlich auch nicht fehlen lassen. «Ich will mithelfen, das Unternehmen Kanton Aargau zusammen mit unserer Bevölkerung in eine sichere Zukunft zu führen», sagt Dieth. Dafür sei eine starke politische Mitte unabdingbar.

Das «C» wird mit Stolz betont

Das Motto «Zäme» solle das staatstragende Verständnis einer konstruktiven politischen Arbeit unterstreichen, so Parteipräsidentin Marianne Binder. Thematisch setzt die Partei dabei auf drei Schwerpunkte: Die Sicherung der Arbeitsplätze und gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft; Schutz und Sicherheit für die Bevölkerung, humanitäre und konsequente Asyl- und Migrationspolitik, sowie eine nachhaltige Generationen- und Familienpolitik.

In der Vergangenheit wurde immer mal wieder diskutiert, ob das «C» in der Politik noch zeitgemäss sei. Nun will Marianne Binder diesen Buchstaben im Wahlkampf explizit betonen. Es stehe für den Rechtsstaat und die soziale Marktwirtschaft, für Mass und Mitte, für das politische Erfolgsmodell der Schweiz. «Unser C ist politisch und bürgerlich», so die Parteipräsidentin.

Zuversicht, dass es nach einer langen Phase der Verluste wieder aufwärtsgeht, schöpft man bei der CVP Aargau auch aus der an der eigenen Basis spürbaren Aufbruchstimmung. Die Partei steigt mit 130 Kandidaten in die Grossratswahlen, so viele waren es seit der Verkleinerung des Parlaments auf 140 Sitze noch nie. Nur in den Bezirken Kulm und Zofingen können keine vollen Listen präsentiert werden.

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