Atomabfälle
Bundesamt für Umwelt: Jura Ost als Tiefenlager-Standort scheint geeignet

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat nur wenig Einwände gegen die Tiefenlager-Standorte Jura Ost und Zürich Nordost. Die Behörde hat jedoch lediglich eine erste Beurteilung im Rahmen einer Voruntersuchung gemacht.

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Bohrungen der Nagra am Bözberg (Archivbild)

Bohrungen der Nagra am Bözberg (Archivbild)

NAGRA

Die Abklärungen betreffen die Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmenbewilligungsverfahren. Eine zweite solche Prüfung wird dann im Baubewilligungsverfahren durchgeführt. Geologische Tiefenlager für radioaktive Abfälle müssen nämlich nicht nur die Vorgaben des Kernenergiegesetzes erfüllen, sondern auch jene der Umweltschutzgesetzgebung.

Die Voruntersuchung durch das BAFU hat ergeben, dass die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) die voraussichtlichen Umweltauswirkungen von Tiefenlagern an den beiden Standorten und deren Relevanz richtig erfasst hat. Die UVP-Voruntersuchungen erfüllten die Vorgaben der Umweltschutzgesetzgebung weitgehend, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Untersucht wurden insgesamt 13 Umweltbereiche, darunter die Auswirkungen auf die Luft, Wald oder Grundwasser, Lärm, Altlasten oder die Störfallvorsorge. Für die Hauptuntersuchung verlangt das BAFU jedoch noch einige Anpassungen, etwa zur vorgesehenen Oberflächenanlage am Standort Jura Ost. Diese muss besser in die Landschaft eingepasst werden.

Seit Januar 2015 prüft das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI die sicherheitstechnischen Unterlagen der beiden Standorte. Damals hatte die Nagra entschieden, nur den Bözberg im Aargau (Jura Ost) und das Zürcher Weinland (Zürich Nordost) genauer unter die Lupe zu nehmen. Bis zum Entscheid des Bundesrats bleiben aber auch die vier verworfenen Standorte für die Lagerung radioaktiver Abfälle offiziell im Rennen.

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