Gewässerschutz
Belastete Gewässer im Kanton Aargau: Sind die Bauern schuld?

Kleine Fliessgewässer in der Schweiz sind nach wie vor stark verschmutzt: Zu diesem Schluss kommt eine gestern Dienstag veröffentlichte Studie vom Forschungsinstitut Eawag . Auch davon betroffen ist der Kanton Aargau, das Wasserschloss der Schweiz.

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Der Schein trügt. So klar wie das Bächlein im Beitrag von Tele M1 über den Bilschirm flimmert, ist es nicht. Im Jahr 2015 entnahm das Forschungsinstitut Eawag 1800 Wasserproben aus Schweizer Kleingewässern. Das ernüchternde Resultat bestätigt, dass die kleinen Gewässer nach wie vor stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. 128 verschiedene Wirkstoffe wurden nachgewiesen. Auch der Kanton Aargau kämpft gegen die Verschmutzung der Gewässer an.

«Die Artenvielfalt und die Diversität gehen zurück», sagt Martin Märki vom Amt für Umwelt. «Zudem gibt es Organismen die sich bei gewissen Konzentrationen verdrängen lassen und nicht mehr existieren.» Märki erinnert an ein Fischsterben, das auf Pestizideinträge zurückgeführt werden konnte.

Sind die Bauern schuld?

Fachmann Märki verdeutlicht anhand eines praktischen Beispiels, wie wenig es zur Verschmutzung braucht, indem er auf die rund zwei Meter breite und einen halben Meter hohe Wyne verweist. «Um ein Gramm entsprechend verdünnen zu können muss die Fliessstrecke ungefähr zehn Kilometer betragen», so Märki.

Spritzen die Bauern einfach wild darauf los? Nein sagt Alois Huber, Präsident vom Bauernverband. «Bei uns wird überwacht, wie viel Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.» Problematisch findet Bauer Huber dagegen, in welchem Ausmass Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft «in den Laden-Regalen stehen» und frei zugänglich sind. «Das macht mir schon ein wenig Kummer», schiebt Alois Huber die Schuld weiter. (yas)

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