Limmattalbahn

Aus welchem Topf soll die Aargauer Beteiligung am Bau bezahlt werden?

Die Beteiligung des Aargaus am Bau der Limmattalbahn stösst auf breite Zustimmung. Bei der Finanzierung gehen die Meinungen allerdings auseinander.

Urs Moser
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So soll die Haltestelle in Spreitenbach aussehen.

So soll die Haltestelle in Spreitenbach aussehen.

zvg/Architron Gmbh, Zürich

Während die einen es geradezu unerlässlich finden, einen Teil des Aargauer Beitrags aus der Strassenkasse zu bezahlen, lehnen das die anderen kategorisch ab. Und für die SVP kommt auch eine Verlängerung der Bahn bis Baden-Wettingen nicht infrage.

Für den Bau der Limmattalbahn von Zürich Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach wird mit Investitionen von 755 Millionen gerechnet. Der Aargau soll sich mit 178 Millionen daran beteiligen, davon kommen allerdings bis zu 59 Millionen als Bundesbeitrag aus dem Agglomerationsprogramm zurück. Der Raum Spreitenbach ist im kantonalen Richtplan als Entwicklungsschwerpunkt festgelegt. Der Bau der Limmattalbahn soll mithelfen, das zu erwartende Bevölkerungswachstum zu bewältigen und die geordnete räumliche Entwicklung zu ermöglichen.

Das Vorhaben dürfte im Kantonsparlament grundsätzlich kaum bestritten sein, wie ein Blick in die Antworten der am Wochenende abgelaufenen Anhörung zeigt. Das Parlament hat ja auch bereits Anteile an Vorprojekt und Bauprojekt bewilligt. Uneinig ist man sich allerdings über die Finanzierung. Sie soll durch ein Darlehen des Kantons an eine noch zu gründende Finanzierungsgesellschaft erfolgen. Der Regierungsrat will die Belastung des allgemeinen Staatshaushalts durch einen Beitrag von 34 Millionen aus der Strassenkasse reduzieren. Die meisten Parteien können damit leben, für die Grünen ist das sogar «entscheidend für die Zustimmung zur Limmattalbahn».

Im bürgerlichen Lager gibt es aber Opposition. Für die SVP kommt ein Beitrag aus der Strassenrechnung «unter keinen Umständen» infrage, auch der Gewerbeverband lehnt ihn ab. Die FDP ist nicht kategorisch dagegen, die Bahn aus der Strassenkasse mitzufinanzieren, der Beitrag müsse aber «deutlich reduziert» werden. Hand bieten würden die Freisinnigen für 25 Millionen. Sie nehmen das ganze Projekt nicht gerade euphorisch auf. Bei einem derart hohen Investitionsvolumen verlange man für die Behandlung des Kreditbegehrens schon noch eine vertiefte Kosten-Nutzen-Analyse. Und der Regierungsrat habe aufzuzeigen, wie auch die Strassen-Infrastruktur ausgebaut werden kann. Es sei ja wohl illusorisch zu glauben, dass fast der ganze, aus dem erwarteten Wachstum resultierende Mehrverkehr in der Region nur von einem Verkehrsträger absorbiert werden kann.

Als längerfristige Option ist eine Verlängerung der Limmattalbahn in den Raum Baden-Wettingen bereis als Vororientierung im kantonalen Richtplan enthalten. Um Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs zu gewährleisten, müsse frühzeitig genügend Raum gesichert werden, heisst es im Anhörungsbericht des Regierungsrats. Wenn er dort zur angestrebten Eigentrassierung für den öffentlichen Verkehr ab Killwangen schreibt, die Option einer Verlängerung der Limmattalbahn über Neuenhof und Wettingen bis Baden sei unbestritten, hat er allerdings die Rechnung ohne die SVP gemacht. Sie ist entschieden gegen diese Verlängerung. Der Platzmangel in der Region Baden-Wettingen dürfe nicht durch die Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs kompensiert werden.