Abstimmung
«Jetzt ist genug!»: Volksinitiative gegen Feuerwerksknallerei lanciert

Geht es nach dem Verein «Feuerwerksinitiative», dann soll das private Zünden von Feuerwerkskörpern künftig eingeschränkt werden. Das Komitee, hinter dem auch der Aargauer Roman Huber steht, will dies mit einer nationalen Volksabstimmung erreichen.

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Schluss mit dem Lärm: Eine Initiative will Feuerwerksknallerei künftig verbieten.

Schluss mit dem Lärm: Eine Initiative will Feuerwerksknallerei künftig verbieten.

Sandra Ardizzone

Für viele Schweizerinnen und Schweizer gehört ein anständiges Feuerwerk genauso zum 1. August wie Cervelats und der Schweizerpsalm. Das zumindest scheint der Geräuschpegel der vergangenen Nacht zu bestätigen. Doch offensichtlich löst das nicht bei allen Begeisterung aus. «Es ist genug!», findet der Verein «Feuerwerksinitiative», der sich im Nachgang zum Nationalfeiertag dazu meldet. Und es gebe bereits seit längerem einen grossen Teil der Bevölkerung, der das ebenso sehe.

«Millionen von Tieren und Tausende hochsensibler oder psychisch beeinträchtigter Menschen haben auch dieses Jahr unter der Knallerei gelitten», heisst es in der Medienmitteilung. Gleichzeitig würde die Umwelt durch Feinstaub, Schwermetalle sowie Dioxine und Furane belastet. Genau das will der Verein nun ändern. Dazu sei eine eidgenössische Volksinitiative in Planung. Der Initiativtext zu «Für eine starke Einschränkung von Feuerwerk» läge bereits in Bern der Bundeskanzlei zur Prüfung vor.

Initianten: Feuerwerksknallerei widerspricht Bundesverfassung

Ziel sei es, so heisst es weiter, über eine Verfassungsänderung eine bundesweite Regelung zu erreichen, die zum Schutz von Tieren und Menschen die Verwendung und den Verkauf von Feuerwerkskörpern mit Knalleffekten verbiete. Kantonsregierungen könnten bei Anlässe von überregionaler Bedeutung auf Gesuch hin Ausnahmen gewähren.

Dabei berufen sich die Initianten unter anderem darauf, dass der jetzige Zustand der Bundesverfassung widerspreche. So sei in Artikel 74 «der Schutz der Menschen und deren natürlichen Umwelt vor schädlichen und lästigen Einwirkungen» und in Artikel 80 speziell der «Schutz der Tiere» verankert.

Aargauer Initiative abgelehnt – Davoser verbieten Feuerwerk

Alle Anstrengungen, dies auch im Gesetz so niederzuschreiben, blieben bislang erfolglos, wie die Initianten einräumen. Eine kantonale Initiative aus dem Jahr 2015 scheiterte beispielsweise deutlich: Mit 65 Prozent Nein-Stimmen lehnte die Aargauer Stimmbevölkerung die Feuerwerks-Initiative ab. Es sei Sache der Gemeinden, dies zu regeln. Auf kommunaler Ebene hingegen gibt es aus Sicht der Initianten auch einen Erfolg: Im September 2020 entschieden die Davoser in einer Volksabstimmung, dass Feuerwerk in ihrem Dorf künftig verboten ist.

Für eine nationale Volksabstimmung müssen nun 100'000 Unterschriften gesammelt werden, womit laut Initiativkomitee in wenigen Wochen begonnen werden soll. Das Komitee zeigt sich zudem überzeugt, dass die erforderliche Zahl Unterschriften schnell erreicht werde. Unterstützung hätten bereits der Schweizer Tierschutz und die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) zugesagt. Hinter dem Verein «Feuerwerksinitiative» steht unter anderem der Untersiggenthaler Roman Huber.

Einer Volksabstimmung sehe man zuversichtlich entgegen, so heisst es weiter. Man habe ein überzeugendes Argumentarium für eine solide Mehrheit beim Stimmvolk zur Hand. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass Bundesrat und Parlament einen Gegenvorschlag ausarbeite. (phh)

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