Gefahr
Aargauer Jäger schlagen Alarm: Rehe sterben immer häufiger in Weidezäunen

Wildtiere, die sich in Weidezäunen verheddern und qualvoll verenden: Ein Problem, das vor allem im Bündnerland bekannt war, jetzt aber auch im Aargau immer öfter vorkommt. Dabei ist ein bestimmter Zaun besonders gefährlich.

Drucken
Teilen

Bei Schinznach-Dorf verfängt sich ein Reh in einem Weidezaun. Es versucht, sich zu befreien – verheddert sich aber immer mehr im lockeren Zaun. Zufälligerweise entdeckt Philip Klöti das Reh, als er mit einem Kollegen auf der Jagd ist.

«Wir sahen von oben, wie das Reh wie wahnsinnig zappelte und sich nicht mehr befreien konnte», sagt der Jäger gegenüber «TeleM1». «Das Tier muss schon ein oder zwei Tage hier gewesen sein», vermutet Klöti und zeigt auf die Kampfspuren auf dem Boden.

Für das Reh kam jede Hilfe zu spät. «Es war mager und schwach. Deshalb entschieden wir, dass wir es von seinem Leiden erlösen müssen.»

Das ist offenbar kein Einzelfall: Die Jäger schlagen Alarm. Es gäbe zu viele Rehe, die in der Falle «Weidezaun» sterben müssten. Genaue Zahlen hat der Kanton dazu aber keine, er will aber künftig die Fälle in einer Statistik festhalten.

Gegenüber «TeleM1» sagt Alois Huber, Präsident des Bauernverbands Aargau, dass es möglich sei, dass sich immer mehr Wildtiere in den Zäunen verhedderten. Dies hänge damit zusammen, dass Nutztiere immer öfter draussen seien und es somit mehr Zäune gebe.

Das Problem sind vor allem die Schafzäune, die sogenannten Flexi-Netze. Wenn diese nicht genug gespannt sind, sind sie besonders gefährlich.

Huber erklärt, dass heute das Schaf oft auf Weiden eingesetzt werde, die kaum zugänglich und deshalb aufwendig seien. «Mit dem Schaf hat man einen ganz günstigen Pfleger. Da stellt man dementsprechend häufig auch sehr günstige Zäune auf.» Da sei viel billiger als ein Maschendrahtzaun.

Jäger Philip Klöti will nicht noch einmal erleben, wie ein Reh qualvoll im Zaun verendet. Er fordert deshalb die Bauern auf, die Zäune wegzunehmen, wenn keine Tiere mehr auf der Weide sind. (sga)

Aktuelle Nachrichten