Wetter
Schneebesen statt Rasenmäher: Der April war so kalt wie seit 25 Jahren nicht mehr

Der zweite Frühlingsmonat zeigte sich unbeständig und phasenweise mit spätwinterlichem Charakter. Nach traumhaftem Frühlingswetter zum Start wurde es recht kalt. Insgesamt gab es fünf Tage mit Schneefall und neun mit Frost. Letzterer machte den Obstbauern zu schaffen.

Helmut Kohler
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In Laufenburg zeigten sich die Osterbrunnen zuweilen in einem winterlichen Gewand.

In Laufenburg zeigten sich die Osterbrunnen zuweilen in einem winterlichen Gewand.

Bild: Felix Klingele (7. April 2021)

Der April macht, was er will – dieses Jahr zeigte er sich wieder einmal als wechselhaft und durchaus noch einmal kalt. Oft täuscht das subjektive Empfinden über die objektive Statistik hinweg. Doch dieses Jahr trog das Gefühl eines ausserordentlich kalten Aprils in Bad Säckingen nicht.

Der mittlere Frühlingsmonat war mit einem Niederschlagsdefizit von 48,2 Liter pro Quadratmeter und trotz eines Sonnenscheinüberschusses von 39,5 Stunden mit 9 Frosttagen (Norm 1,4 Tage) und fünf Schneefalltagen 1,5 Grad Celsius zu kalt und somit der kälteste April der letzten 25 Jahre der Region.

Polarluft setzt Blüten der Obstbäume zu

Der mittlere Frühlingsmonat startete unter dem Einfluss mit dem aus dem März bekannten Hoch Nicole mit traumhaftem Frühlingswetter und mit 24,7 Grad Celsius wurde der zweite Sommertag des Jahres nur knapp verfehlt. Am Karfreitag flossen von Norden bei weiterhin viel Sonnenschein langsam kältere Luftmassen polaren Ursprungs zu uns ein. Wenn auch deutlich kühler, so zeigten sich die Ostertage von Karfreitag bis Ostersonntag unter dem Einfluss von Hoch Odetta doch recht sonnig.

Nach einem sommerlich anmutenden Aprilstart floss ab Ostermontag, 5. April, arktische Kaltluft ein und sorgte für klassisch wechselhaftes und windiges Aprilwetter. Winterjacke statt T-Shirt und Schneebesen statt Rasenmäher: Am Morgen des 6. sank die Temperatur mit –1,8 Grad Celsius auf die tiefste Temperatur des Monats ab. Tief Ulli sorgte am Morgen des 7. für eine 5 Zentimeter hohe Schneedecke. Die für die Jahreszeit deutlich zu tiefen Temperaturen setzten den Blüten der Obstbäume teilweise zu.

Erste Aprilhälfte war um 3,6 Grad Celsius zu kalt

Ab dem 8. sorgte dann Hoch Peggy mit viel Sonnenschein wieder für steigende Temperaturen. Nachdem am 11. die Temperatur nochmals auf 18,8 Grad Celsius anstieg, sorgte Tief Wilken mit kühler Polarluft dafür, dass am Abend und in der Nacht zum 12. April die aufkommenden Schauer in Form von Schnee nieder gingen. Mit deutlichen Nachtfrösten, Tagestemperaturen im einstelligen Bereich und wechselnd bewölktem Himmel mit einzelnen Schneeflocken zeigte sich das Wetter unter dem Zusammenspiel von Hoch Queen und Tief Wilken bis zur Monatsmitte statt frühlingshaft eher spätwinterlich.

Viele Kirschblüten – wie etwa jene in Schupfart von Christoph Müller – fielen dem Frost zum Opfer.

Viele Kirschblüten – wie etwa jene in Schupfart von Christoph Müller – fielen dem Frost zum Opfer.

Bild: Dennis Kalt (16. April)

Die erste Aprilhalbzeit war somit mit sieben Frosttagen 3,6 Grad Celsius zu kalt. 14,4 Liter Niederschlag reichten gerade nur für 17 Prozent des normalen Aprilniederschlages und die Sonne schien an 94 Stunden zu 46 Prozent des Solls.

«Queen» sorgt wieder für steigende Temperaturen

Die zweite Aprilhälfte startete recht sonnig mit zwei weiteren Frosttagen und Höchsttemperaturen bis 11 Grad Celsius. Nach einem wolkigen und kühlen 18. April sorgte Hoch Queen ab dem 19. mit viel Sonnenschein wieder für steigende Tagestemperaturen und frostfreie Nächte. So erreichten wir am 21. mit 20,7 Grad Celsius bereits wieder einen warmen Tag.

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