Fricktaler Gemeinden

Wer wuchs, wer schrumpfte – und wer die höchste Geburtenquote hat

Das Fricktal wächst weiter. Dies zeigen die Zahlen des Kantons. Allein im ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Einwohner in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden um 352 auf neu 79 431 gestiegen. Die AZ hat die Gemeindedaten ausgewertet und mit jenen von 2010 verglichen. 7 Punkte fallen auf.

Thomas Wehrli
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Sorgt für ein weiteres Wachstum in Münchwilen: Im Gebiet «Dell» sind 4 Mehrfamilienhäuser mit 43 Wohnungen geplant.

Sorgt für ein weiteres Wachstum in Münchwilen: Im Gebiet «Dell» sind 4 Mehrfamilienhäuser mit 43 Wohnungen geplant.

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1. Das Obere Fricktal wächst stärker.

Im ersten Halbjahr 2017 nahm die Bevölkerung im Bezirk Laufenburg um 288 Personen zu, im Bezirk Rheinfelden lediglich um 64. Was nach statistischer Unschärfe aussieht und mit lokalen Bauspitzen – in diesem Fall mit jener in Frick – erklärt werden könnte, bestätigt sich jedoch im Sieben-Jahres-Vergleich. Zwischen Ende 2010 und 2017 stieg die Bevölkerung im Bezirk Rheinfelden um 8,32 Prozent, im Bezirk Laufenburg um 8,94 Prozent. In absoluten Zahlen liegt das bevölkerungsstärkere untere Fricktal allerdings mit einem Plus von 3653 deutlich vor dem oberen Fricktal mit einem Zuwachs um 2616 Personen.

2. Münchwilen holt sich Poleposition.

Mit einem satten Plus von 24,1 Prozent hat das kleine Münchwilen zwischen 2010 und 2017 den grössten Zuwachs verzeichnet. Der Grund: Die Überbauung Dell Ost. Einen ähnlichen Schub dürfte die Gemeinde in ein bis zwei Jahren nochmals erleben: Im noch unüberbauten Teil des Dellquartiers sind 43 weitere Wohnungen geplant.
Hinter Münchwilen folgen Zeihen (+17,8%) und Eiken (+13,7%).

3. Die grossen Gemeinden sind die grossen Wachstumstreiber.

Als Wachstumstreiber entpuppen sich, wenig verwunderlich, die bereits grossen Gemeinden. Rheinfelden wuchs in den letzten sechseinhalb Jahren um 1368 Personen (+11,4%), Möhlin um 904 (+9,0%) und Frick um 475 Personen (+9,8%). Auf den nächsten Plätzen folgen Laufenburg, Stein, Kaiseraugst und Magden.

4. Kleine Gemeinden an der Peripherie haben Mühe.

Drei Gemeinden hatten Ende Juni weniger Einwohner als 2010: Olsberg (–2,4%), Schwaderloch (–2,1%) und Wegenstetten (–0,1%). Ein Wachstum von unter zwei Prozent hatten Mettauertal und Hellikon.

4. Ein Drittel der Gemeinden hat eine negative Wanderungsbilanz.

Elf Gemeinden hatten im letzten Halbjahr mehr Weg- als Zuzüge. Das höchste Wanderungs-Minus verzeichnete dabei Rheinfelden mit 53 Personen. Dass die Gesamtzahl der Einwohner im Zähringerstädtchen dennoch stieg, liegt am Geburtenüberschuss. Ebenfalls einen negativen Wanderungssaldo von mehr als 10 Personen hatten im ersten Halbjahr Schwaderloch, Gipf-Oberfrick, Kaiseraugst und Hellikon.

5. Der Ausländeranteil ist in zentral gelegenen Gemeinden höher.

Dies stimmt in der Tendenz. Doch es gibt auch Ausnahmen. So hat Laufenburg mit 32,7 Prozent den zweithöchsten Ausländeranteil im Fricktal; dies ist mit der grossen Italienerkolonie zu erklären. Klar den höchsten Ausländeranteil hat Stein mit knapp 40 Prozent. Ebenfalls über dem kantonalen Schnitt von 24,7 Prozent liegen Rheinfelden, Mumpf, Kaiseraugst, Münchwilen, Möhlin und Sisseln. Im Bezirk Rheinfelden liegt der Ausländeranteil im Durchschnitt bei 25,4 Prozent, im Bezirk Laufenburg bei 19,2 Prozent.

6. Der Ausländeranteil steigt.

Dies stimmt – für 31 der 32 Gemeinden. In Frick sank der Ausländeranteil zwischen Ende 2010 und 2017 um 1,3 Prozent. Am stärksten nahm der Ausländeranteil in Münchwilen (+9,8%), Oberhof (+8,9%) und Hornussen (+7,9%) zu. In absoluten Zahlen bedeutet dies fallweise eine Zunahme um bis zu 250 Prozent: Ende 2010 lebten in Oberhof 22 Ausländer, heute sind es 69. In Münchwilen stieg die Zahl der Ausländer im gleichen Zeitraum von 120 auf 240. In den beiden Bezirken stieg der Ausländeranteil im Schnitt je um gut drei Prozent.

7. Die Geburtenquote liegt unter einem Prozent.

Dies traf, zumindest im ersten Halbjahr 2017, in allen Gemeinden zu. Die tiefste Geburtenquote hatte dabei Zuzgen mit 0,1 Prozent, was einem neuen Erdenbürger entspricht. Die höchste Quote hatte Oberhof mit 0,99 Prozent oder sechs Geburten. In absoluten Zahlen kamen am meisten Rheinfelder (67) und Möhliner (36) zur Welt. Der Bezirk Rheinfelden verzeichnete 207 Geburten, der Bezirk Laufenburg 159.