Ueken
«Unnötig» und «ohne Vorteil für uns»: Anwohnerinnen und Anwohner äussern Unmut über Strassensanierung

Ueken will in die Erneuerung von Dorf- und Schulstrasse 2,37 Millionen Franken investieren. Einen Teil der Baukosten sollen die Grundeigentümer und -eigentümerinnen übernehmen. An einem ersten Infoanlass am Dienstag sagten allerdings viele: Die Strassen können und sollen so bleiben, wie sie sind. Vor dem Gemeinderat liegt noch viel Überzeugungsarbeit.

Hans Christof Wagner
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So sieht die Schulstrasse in Ueken aktuell noch aus.

So sieht die Schulstrasse in Ueken aktuell noch aus.

zvg / Aargauer Zeitung

2,37 Millionen Franken will die Gemeinde Ueken in die Erneuerung der Dorf- und Schulstrasse stecken. Das Geschäft ist an der kommenden Gemeindeversammlung traktandiert. Gemeindeammann Robert Schmid sagte bei einem Informationsanlass in der Turnhalle, an dem rund 60 Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer teilnahmen, dass die Sanierung der Schulstrasse Priorität habe. Man wolle durch das Projekt negative Entwicklungen für die Schule vermeiden, so Schmid.

Marco Cafaro, Projektleiter von KSL Ingenieure aus Frick, zeigte das Projekt auf. Er wertete den Istzustand der Schulstrasse als schlecht. Sie verfüge weder über durchgehende Randbegrenzungen noch über eine lückenlose Entwässerung. Auch die Beleuchtung sei unzureichend. Cafaro zufolge ist nicht geplant, die Strasse auszubauen. Deren Breite bleibe gleich. Allerdings werden die Bereiche für Autos, Velos und Fussgänger klarer voneinander getrennt: in eine 3,50 Meter breite Fahrbahn und einen bis zu zwei Meter breiten Gehweg.

Autos müssen bei Begegnungen aufs Trottoir ausweichen

Indes reicht die Breite der Fahrbahn nicht aus, dass zwei entgegenkommende Autos aneinander vorbeifahren können. Bei Begegnungen muss ein Automobilist halb aufs Trottoir ausweichen. «Das ist von der Fahrbahn aber mit einem vier Zentimeter hohen Randstreifen klar von der Fahrbahn getrennt», sagte Cafaro.

Doch die Arbeiten umfassen nicht nur die Strasse. Auch Abwasser- und Trinkwasserleitungen sowie Elektrokabel und Leerrohre werden neu verlegt. 2,37 Millionen Franken nannte Cafaro als Bausumme, davon entfällt mit 904'000 Franken das Gros auf den Strassenbau.

300'000 Franken blieben an Privaten hängen

Diese 904'000 Franken aber muss die Gemeinde nicht allein stemmen. Sie kann dafür die an Dorf- und Schulstrasse wohnenden privaten Grundeigentümer und Mieter zur Kofinanzierung verpflichten – laut einem kommunalen Reglement zu 70 Prozent. Da die Strassen aber nicht nur private Liegenschaften erschliessen, sondern mit Schule, Kindergarten und Werkhof auch öffentliche Gebäude, müssen die Grundeigentümer weit weniger schultern. Im Raum steht eine Summe von etwas mehr als 300'000 Franken, die sie zu übernehmen hätten.

Am Infoanlass der Gemeinde Ueken für Anstösser der Schulstrasse war das Interesse gross.

Am Infoanlass der Gemeinde Ueken für Anstösser der Schulstrasse war das Interesse gross.

Hans Christof Wagner / Aargauer Zeitung

Viel Gegenwind aus dem Publikum

Das werden sie nicht mit Freude tun, wie aus den zahlreichen Wortmeldungen bei der Versammlung am Dienstag herauszuhören war. Die Strassen sollten und könnten so bleiben, wie sie sind. «Von ihrer Sanierung haben wir keinen Vorteil, warum sollen wir dafür bezahlen», sagte einer. Auch einen durchgehenden Fussweg entlang der Schulstrasse bezeichneten manche als unnötig. Und dass Autos zum Ausweichen aufs Trottoir ausweichen müssen, wurde ebenfalls kritisiert. Nur einer im Publikum brach eine Lanze für das Vorhaben. Er sagte:

«Anderswo müssen die Anstösser noch mehr bezahlen. Die Beträge in Ueken sind noch relativ human.»

Die erste Hürde, die das Projekt zu nehmen hat, ist jetzt die Gemeindeversammlung am 25. November mit dem Kreditantrag des Gemeinderates über 2,375 Millionen Franken. Sollte der Souverän dazu Ja sagen, könnte das Projekt 2022 starten. Cafaro nannte eine Bauzeit von voraussichtlich anderthalb Jahren.

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