Tierische Bewohner
Ein Daheim für Wildbienen und Schmetterlinge: Laufenburg setzt auf Biodiversität in den Grünflächen

Der Stadtrat Laufenburg hat sich ehrgeizige Legislaturziele gesetzt und will die Stadt attraktiver machen. Für Einwohnende, Gewerbe und Tourismus – aber auch für tierische Bewohner. Die Grünflächen in den beiden Ortsteilen Laufenburg und Sulz sollen künftig für mehr Biodiversität genutzt werden. Dafür sind mehrere zehntausend Franken budgetiert.

Nadine Böni
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Die Grünflächen in Laufenburg sollen künftig Insekten einen besseren Lebensraum bieten.

Die Grünflächen in Laufenburg sollen künftig Insekten einen besseren Lebensraum bieten.

Zvg/Pro Natura

Laufenburg möchte attraktiver werden – nicht nur für die Einwohnenden, das Gewerbe sowie Touristinnen und Touristen, sondern auch etwa für Wildbienen und Schmetterlinge. In den diese Woche präsentierten Legislaturzielen für die laufende Amtsperiode bis 2025 ist nämlich festgehalten: «Die Umwelt wird aktiv und nachhaltig genutzt, gestaltet und sauber gehalten.»

Ein Ziel ist es demnach, dass bis 2025 «mehr begrünte und ökologisch wertvolle Flächen» im Gemeindegebiet vorhanden sind. Eine Massnahme auf dem Weg zu diesem Ziel ist das Anlegen von Förderflächen für Biodiversität. Der zuständige Stadtrat Christian Rüede sagt:

Christian Rüede, Stadtrat Laufenburg.

Christian Rüede, Stadtrat Laufenburg.

Zvg / Aargauer Zeitung
«So sollen Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, etwa für Schmetterlinge, Heuschrecken und Bienen geschaffen werden.»

Die Landschafts- und Landwirtschaftskommission der Stadt befasst sich seit einiger Zeit mit dem Thema Biodiversität und nachhaltigem Grün im Siedlungsraum. Und: Sie sieht viel Potenzial für eine Verbesserung der Grünflächenpflege, vor allem auch in Hinsicht auf die Biodiversität.

Kommission definiert Flächen in Sulz und Laufenburg

Mittlerweile hat die Kommission sämtliche öffentlichen Grünflächen der Stadt Laufenburg und des Ortsteils Sulz aufgenommen. Es sind dies 19 Flächen in Laufenburg und deren 16 in Sulz. Sie haben eine Gesamtfläche von rund 3 Hektaren. Dazu gehört in Laufenburg etwa die Badstube oder der Schlossberg, in Sulz unter anderem die Wiese und Böschung bei der «Kulturwerk-Stadt» sowie verschiedene Flächen rund um die Turnhalle.

Für jede der Grünflächen wurde ein individuelles Datenblatt erstellt sowie ein Ziel festgelegt – ob also beispielsweise eine Blumenwiese darauf entstehen soll oder ob sich eine Bepflanzung mit einheimischen Sträuchern oder Bäumen anbietet. Standortfremde Pflanzen sollen dagegen entfernt werden. Auch die nötigen Pflegeeingriffe und -zeitpunkte wurden für jede Fläche festgelegt. So sollen diese künftig nur noch extensiv gemäht werden, also ein- oder zweimal im Jahr.

Im Budget 2022 sind für die Förderung der Biodiversität 7500 Franken zurückgestellt. Rüede sagt:

«Der Stadtrat plant darüber hinaus eine schrittweise Umsetzung in den kommenden Jahren.»

Der Start steht dabei kurz bevor: Als eine der ersten Massnahmen säht das Bauamt in den beiden Ortsteilen auf den Friedhöfen in den freien Grünflächen Wildblumenwiesen.

Zusammenarbeit mit dem Kanton bei Wildbienen-Projekt

Zwei Flächen, eine auf dem Dach des Werkhofs in Laufenburg, die andere bei der «Kulturwerk-Stadt» in Sulz, werden zudem für erdnistende Wildbienen aufgewertet. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton umgesetzt, voraussichtlich im kommenden Jahr.

Weitere Massnahmen sollen beziffert und in den kommenden Jahren ins Budget aufgenommen werden. Als Planungsinstrument für die Grünflächenplanung dienen Massnahmenblätter, die demnächst in einer gekürzten Version auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet werden.